Kaufbeuren – Frauen mit Beckenbodenbeschwerden sollen im Klinikum Kaufbeuren künftig ohne weite Wege behandelt werden können. Dafür hat die Frauenklinik Dr. Mutuku als neue Oberärztin gewonnen, wie die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren mitteilten.
Die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe kommt vom Isar Klinikum München. Dort war sie zuletzt leitende Oberärztin an der Klinik für Gynäkologie und arbeitete im Bayerischen Beckenbodenzentrum mit. Erfahrung bringt sie mit bei Blasenschwäche und Harninkontinenz, Senkungen von Gebärmutter und Scheide, Störungen bei der Entleerung von Blase und Darm sowie Schäden am Schließmuskel. Die Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und plastische Beckenbodenrekonstruktion e. V. hat sie als urogynäkologische Operateurin nach AGUB II zertifiziert. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit tief infiltrierender Endometriose, ein Thema, zu dem die Kaufbeurer Frauenklinik bereits Erfahrung hat.
Beschwerden, über die kaum jemand spricht
Laut Mutuku leiden viele Frauen unter ungewolltem Harnverlust, Problemen beim Wasserlassen oder einem Druckgefühl im Unterbauch, vor allem nach Geburten und in den Wechseljahren. Viele Frauen schwiegen aus Scham über Jahre, obwohl es wirksame Behandlungen gebe. Sie nennt Beckenbodentraining, Physiotherapie, Pessare und minimalinvasive Operationen. „Viele Frauen haben gelernt, mit ihren Beschwerden zu leben, weil sie glauben, dass es keine Hilfe gibt“, sagt die Ärztin. Sie rät Betroffenen, das Thema bei ihren Ärztinnen und Ärzten anzusprechen, egal ob in der Praxis oder in der Klinik.
Die Klinik will mit ihr die Versorgung ausbauen und mehr Bewusstsein für das Thema schaffen. Privatdozentin Dr. Enikö Berkes, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Ärztliche Direktorin des Klinikums, zählt Beckenbodenbeschwerden zu den häufigsten und zugleich am stärksten tabuisierten Gesundheitsproblemen von Frauen. Patientinnen sollen dafür künftig vor Ort umfassend versorgt werden.
Eigene Einschätzung
Für Frauen aus der Region kann es eine spürbare Erleichterung sein, wenn sie für solche Behandlungen nicht mehr weit fahren müssen. Offen bleibt, ob es eine eigene Sprechstunde gibt und wie man einen Termin bekommt. Diese Angaben hätten in die Mitteilung gehört.


