Thannhausen – Wer von Balzhausen mit dem Rad nach Haselbach fährt, muss sich in den kommenden Monaten auf Umleitungen einstellen. Ab Montag, 12. Oktober 2026, wird dort im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Krumbach gebaut, wie die Stadt Thannhausen mitteilte. Mehrere Feldwegeabschnitte zwischen Balzhausen im Landkreis Günzburg und Haselbach / Tiefenried im Landkreis Unterallgäu werden zu einem durchgehenden, asphaltierten Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg umgebaut.
Streckenverlauf und Ausbau
Die Trasse folgt der Staatsstraße 2025, liegt aber größtenteils abgesetzt westlich davon, am östlichen Rand des Mindeltales. Sie nutzt vorhandene Wirtschaftswege, führt größtenteils entlang landwirtschaftlich genutzter Flächen und in einem Teilstück an der Hasel. Bisher sind die Abschnitte unterschiedlich ausgebaut, überwiegend aber unbefestigt mit Schotter. Künftig sind sie drei Meter breit asphaltiert. Auf rund drei Kilometern Länge teilen sich dann Radfahrer, Fußgänger und landwirtschaftlicher Verkehr den Weg.
Sperrung und Umleitung
Während der Bauzeit sind die betroffenen Abschnitte für Landwirtschaft, Radfahrer und Fußgänger voll gesperrt. Die ausgewiesene Radverbindung wird über andere Wirtschaftswege umgeleitet; ein Plan zeigt den Verlauf. Anlieger kommen zu ihren Grundstücken, soweit der Baubetrieb es zulässt, wenn auch eingeschränkt. Das soll größtenteils möglich sein, andernfalls erfahren sie es rechtzeitig.
Zeitplan und Kosten
Die Arbeiten beginnen im ersten Abschnitt bei Balzhausen. Die LS Bau AG arbeitet sich mit den Erdarbeiten nach Süden vor, danach folgen auf dem verbesserten Baugrund die Asphaltschichten. Je nach Wetter könnten einzelne Abschnitte noch in diesem Jahr fertig werden. Henrik Vosdellen, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Krumbach, nannte als Ziel, den Lückenschluss bis zum Beginn der Radlsaison 2027 zu eröffnen. Den Grundstückseigentümern dankte er für die bereitgestellten Flächen.
Die Kosten von rund 1,6 Mio. Euro trägt der Freistaat Bayern. Der Bund beteiligt sich über das Sonderprogramm „Stadt und Land“ mit einem Finanzhilfeanteil von 75 Prozent. Das Projekt bereiteten die Staatlichen Bauämter Krumbach und Kempten gemeinsam mit den Gemeinden Balzhausen und Eppishausen vor. Es steht im bayernweiten Ausbauplan 2025 – 2030 für neue Radwege an Staatsstraßen.
Eppishausens Erste Bürgermeisterin Susanne Nieberle nannte den Ausbau „ein wichtiger Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit und Mobilität“. Balzhausens Erster Bürgermeister Tobias Mayr verwies auf das Freibad in Haselbach, das für viele Familien aus Balzhausen ein beliebtes Ziel sei. Der Weg dorthin werde künftig deutlich sicherer und attraktiver.
Eigene Einschätzung
Für Familien auf dem Weg zum Freibad und für Pendler auf dem Rad ist ein eigener Weg abseits der Staatsstraße ein klarer Vorteil. Die Mitteilung lässt offen, wie die Sicherheit gewährleistet wird, wenn Traktoren und Radler denselben Weg nutzen. Wer die Strecke täglich fährt, sollte die Umleitung vorab auf dem Plan anschauen.


