Bruckmühl – Die Geriatrische Rehaklinik in Bruckmühl soll vorerst weiterarbeiten dürfen, allerdings mit nur 30 Betten und unter Auflagen. Das teilte das Landratsamt Rosenheim mit. Das Verfahren zum Widerruf der Konzession soll zunächst ruhen.
Anlass war eine unangekündigte Überprüfung am 27. August 2026. Dabei stellten das Landratsamt und der Medizinische Dienst Bayern erhebliche Mängel im Dokumentationsmanagement fest. Die Klinik konnte deshalb nicht lückenlos belegen, ob Pflege und medizinische Versorgung angemessen waren.
Bei einer erneuten Kontrolle am 6. Oktober, diesmal durch das Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Medizinischen Dienst Bayern, war ein Teil der Mängel behoben. Das neue Dokumentationssystem befindet sich noch im Aufbau und wird bei Neuaufnahmen getestet und angepasst. An anderer Stelle sieht die Behörde weiterhin deutlichen Überarbeitungsbedarf. Auch bei der Besetzung einer freien Facharztstelle ist manches ungeklärt.
Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamts Rosenheim, sagte, bei der Begehung sei „keine unmittelbare Gefährdung des Patientenwohls festgestellt“ worden. Eine sofortige Schließung sei daher derzeit nicht zu rechtfertigen. Mehr Patienten aufzunehmen, sei wegen des Verbesserungs- und Schulungsbedarfs und der Fluktuation in der ärztlichen Leitungsebene aber nicht vertretbar.
Das Landratsamt informierte die Geschäftsführung am Dienstag, 13. Oktober, schriftlich. Bis zum 23. November soll die Klinik nachweisen, dass sie das Dokumentationssystem überarbeitet und auf seine Funktion geprüft hat und das Personal geschult ist. Hinzu kommen Nachweise zur fachgerechten Verordnung von Medikamenten bei Bedarf und zur korrekten Versorgung und Dokumentation von Wunden. Mehr Betten kann die Klinik frühestens zum 1. Januar 2027 beantragen, und nur wenn alle Auflagen erfüllt sind. Zu den Mängeln, der Bettenreduzierung und den Auflagen kann sich die Geschäftsführung bis zum 20. Oktober äußern.
Eigene Einschätzung
Der Mittelweg zwischen Schließung und Normalbetrieb wirkt nachvollziehbar: Eine akute Gefährdung wurde nicht festgestellt, die Mängel sind aber nicht erledigt. Für Patienten und Angehörige wäre wichtig zu wissen, wie viele Betten die Klinik bisher hatte und was die Kürzung für Aufnahmen bedeutet. Dazu schweigt die Mitteilung. Entscheidend wird, ob die Nachweise rechtzeitig kommen und die Facharztstelle besetzt wird.

