Rettenbach – Die Gemeinde Rettenbach hat ein neues Trio von Feldgeschworenen. Bei der Gemeinderatssitzung im Oktober wurden Georg Motzer, Michael Hartmann und Karl Seif offiziell vereidigt. Sie übernehmen künftig das Amt, das in manchen Gegenden auch „Siebener“ heißt. Das teilte die Gemeinde Rettenbach durch die Erste Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast mit.
In derselben Sitzung verabschiedete die Bürgermeisterin drei langjährige Feldgeschworene: Ludwig Kraus, Alois Brunhuber und Hubert Wörz. Sie hatten das Amt seit November 2008 ausgeübt. Dietrich-Kast dankte ihnen für ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Zuverlässigkeit und überreichte jedem ein Geschenk als Zeichen der Wertschätzung.
Feldgeschworene helfen mit, Grundstücksgrenzen zu kennzeichnen und zu sichern. Nach Darstellung der Gemeinde bringen sie dafür Ortskenntnis und Erfahrung ein, was der Gemeinde nützt. Den neuen Feldgeschworenen wünschte die Bürgermeisterin Erfolg, gutes Miteinander und eine glückliche Hand. Sie freue sich, dass Menschen bereit seien, diese Aufgabe zu übernehmen und eine wertvolle Tradition fortzuführen.
Hintergrund
Die Feldgeschworenen üben nach Angaben des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Sie sind durch einen Eid auf Lebenszeit zu gewissenhafter und unparteiischer Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Die Abmarkung vollziehen grundsätzlich die staatlichen Vermessungsbehörden, die Feldgeschworenen wirken dabei mit. Sie kennzeichnen die Lage der Grenzsteine mit geheimen Zeichen. Diese werden in einer nur den Feldgeschworenen bekannten Anordnung ausgelegt, die man „Siebenergeheimnis“ nennt. An Form und Lage der Zeichen erkennen sie, ob ein Grenzstein verändert wurde.
Wie die Verwaltung erläutert, legt die Gemeinde die Zahl der Feldgeschworenen fest, in der Regel zwischen vier und sieben. Der Gemeinderat bestellt sie für ein Gebiet erstmals durch Wahl. Nach dem Ausscheiden einzelner können die verbleibenden selbst neue Feldgeschworene wählen.
Das Feldgeschworenenwesen in Bayern wurde im Dezember 2016 als Kulturform in ein bundesweites Verzeichnis aufgenommen. Das Heimatministerium nennt die Feldgeschworenen seit dem späten Mittelalter belegbar.


