Garching: Fraunhofer IKS weiht Neubau für sichere Künstliche Intelligenz ein

München – Das Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme (IKS) in Garching hat sein neues Institutsgebäude eingeweiht. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nutzte die Gelegenheit, um die Rolle verlässlicher Künstlicher Intelligenz für den Standort Bayern hervorzuheben. KI sei eine Schlüsseltechnologie für die Wirtschaft, sagte er. Sie müsse aber nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch sicher und zuverlässig arbeiten. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie teilte dies mit.

Nach Aiwangers Worten kommt es auf verlässliche KI vor allem in den Bereichen Mobilität, Automatisierung, Gesundheit und Wehrtechnik an. Beim automatisierten Fahren etwa müsse sie Hindernisse selbst bei Regen oder greller Sonne sicher erfassen. In Fabriken sollten KI-Systeme Abläufe beobachten, Arbeitsschritte vorausplanen und bei Störungen passend gegensteuern. Medizinische Anwendungen verlangten Ergebnisse, die sich nachvollziehen lassen und auf die man sich verlassen kann. Für autonome und wehrtechnische Systeme sagte er: „Der Mensch muss die Kontrolle behalten und die letzte Entscheidung treffen.“

Mehr als 80 Millionen Euro für Forschung und Infrastruktur

Bayern investiert Mittel aus der Hightech Agenda und aus weiteren Quellen in den Ausbau der KI-Forschungsinfrastruktur außerhalb der Hochschulen. Der Aufbau des Fraunhofer IKS gilt dabei als zentrales Projekt. Das Land stellt rund 40 Millionen Euro bereit, die für Forschungsprojekte sowie für den Ausbau der fachlichen Kompetenzen des Instituts verwendet werden. Bund und Land tragen gemeinsam die Kosten für den Neubau, für den zusätzlich gut 40 Millionen Euro aufgebracht werden.

Der Neubau stärkt laut Ministerium den Fraunhofer-Standort Garching. Gemeinsam mit den Instituten AISEC (Angewandte und Integrierte Sicherheit) und IGCV (Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik) sowie dem geplanten Neubau mit Reinraum für das Institut EMFT (Elektronische Mikrosysteme und Festkörper-Technologien) entstehe ein leistungsfähiger Forschungsverbund.

Aiwanger sagte, Fraunhofer- und Hochschulforschung griffen hier ideal ineinander. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ließen sich die Ergebnisse der Forschung in konkrete Anwendungen umsetzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten nicht im Labor bleiben, sondern bei den Unternehmen ankommen und in neue Produkte und Verfahren münden. Damit Bayern wettbewerbsfähig bleibe, brauche es leistungsfähige Forschungsinfrastruktur sowie engen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Das Geld für Einrichtungen wie das IKS nannte er „gut angelegtes Geld“.

Auf einen Blick

  • Ort: Garching, neues Institutsgebäude des Fraunhofer IKS
  • Landesmittel: rund 40 Millionen Euro für Forschungsprojekte und Kompetenzaufbau
  • Neubau: gut 40 Millionen Euro, finanziert von Bund und Land
  • Für Rückfragen steht Jürgen Marks, Leiter Pressereferat, zur Verfügung (Pressemitteilung-Nr. 459/26).

Hintergrund

Das Fraunhofer IKS gehört zur Fraunhofer-Gesellschaft und hat seinen Sitz in Garching bei München. Laut Wikipedia betreibt es angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich kognitiver Systeme. Insbesondere forsche es an der Absicherung Künstlicher Intelligenz für sicherheitskritische Systeme wie das autonome Fahren.

Zu den Forschungsthemen zählt laut Wikipedia die verlässliche Umgebungswahrnehmung. Damit ein Fahrzeug autonom unterwegs sein kann, müsse es sein Umfeld richtig wahrnehmen; allerdings könnten das Wetter und bestimmte Fahrsituationen diese Wahrnehmung beeinträchtigen. Deshalb forsche das Institut an systematischen Methoden zur Sicherheitsanalyse. Einen weiteren Ansatz bildet der Umgang mit den Unsicherheiten einer KI: Neue Bewertungsverfahren sollen verlässlich angeben können, wie sicher oder unsicher die von der KI gelieferten Resultate sind.

Das Institut nimmt dem Wikipedia-Eintrag zufolge eine Schlüsselrolle im KI-Netzwerk der Bayerischen Staatsregierung ein. Dieses Netzwerk setze seinen Schwerpunkt auf resiliente kognitive Systeme, resiliente Künstliche Intelligenz sowie KI für autonome Systeme.

Eigene Einschätzung

Die Mitteilung bleibt bei Grundsatzaussagen: Dass KI sicher sein soll, wird kaum jemand bestreiten. Interessanter wäre gewesen, woran sich Verlässlichkeit konkret messen lässt und welche Unternehmen aus der Region bereits mit dem Institut arbeiten. Der Hinweis, dass bei Waffensystemen der Mensch entscheiden muss, verdient Aufmerksamkeit, denn er benennt eine klare Grenze.

Neueste Meldungen

Kelheim: Landratsamt diskutiert in München über Verwaltungsdigitalisierung

Das Landratsamt Kelheim war bei einem Dänisch-Deutschen GovTech-Breakfast in...

Landratsamt Augsburg: Kostenlose Führungen durch den Kunstraum

Wer sich für Kunst aus dem Landkreis Augsburg interessiert,...

Landkreis Starnberg: Online-Vorträge zu Energie und Klima

Wer sich im Landkreis Starnberg über Photovoltaik, Sanierung oder...

Rosenheim bis Freilassing: DB-Infomobil hält im Oktober an mehreren Bahnhöfen

Wer in der Region wissen will, was die Korridorsanierung...

Landkreis Rosenheim: Barrierefreie Ladesäulen und Inklusion im Fokus

Barrierefreie Ladesäulen für E-Autos, die „Zukunfts-Werkstatt“ und Projekte vor...

Aktuell

Kelheim: Landratsamt diskutiert in München über Verwaltungsdigitalisierung

Das Landratsamt Kelheim war bei einem Dänisch-Deutschen GovTech-Breakfast in...

Landratsamt Augsburg: Kostenlose Führungen durch den Kunstraum

Wer sich für Kunst aus dem Landkreis Augsburg interessiert,...

Landkreis Starnberg: Online-Vorträge zu Energie und Klima

Wer sich im Landkreis Starnberg über Photovoltaik, Sanierung oder...

Landkreis Rosenheim: Barrierefreie Ladesäulen und Inklusion im Fokus

Barrierefreie Ladesäulen für E-Autos, die „Zukunfts-Werkstatt“ und Projekte vor...

Eichendorf: FOS-Schülerin lernt im Rathaus alle drei Abteilungen kennen

Eva Westenthanner aus Eichendorf verbringt ihr erstes Praxishalbjahr im...

Demenzpreis 2026: Landshuter Pflegestützpunkt erhält Anerkennung

Der Pflegestützpunkt der Region Landshut gehört zu den Ausgezeichneten...

Pullach gratuliert Schoeller Group zum 60-jährigen Bestehen

Die Schoeller Group hat am 2. Oktober ihr 60-jähriges...
Anzeige Anzeige: Werbeplatz frei Anzeige: Werbeplatz frei

Weitere Meldungen aus der Region

Rubriken

Anzeige Anzeige: Werbeplatz frei Anzeige: Werbeplatz frei