Weilheim in Oberbayern – Der Ausbildungskompass des Landkreises Weilheim-Schongau ist bundesweit ausgezeichnet worden. In der Sonderkategorie „Digitale Verwaltung: Nutzen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen“ erhielt das Projekt beim Best of Technology Award 2026 der „Wirtschaftswoche“ die Höchstwertung „exzellent“. Das teilte das Landratsamt Weilheim-Schongau mit.
Was der Ausbildungskompass leistet
Der Bildungsstandort der Kreisentwicklung im Landratsamt gibt den Ausbildungskompass seit zehn Jahren gemeinsam mit Kooperationspartnern heraus. Er soll Schulabsolventen und Betriebe aus der Region zusammenbringen, auch über die Kreisgrenzen hinaus. Das Magazin umfasst inzwischen ca. 160 Seiten und funktioniert seit einigen Jahren auch digital und interaktiv.
Nach Angaben des Landratsamtes verbindet das System Schulen, Lehrkräfte, Jugendliche, Beratung und Ausbildungsbetriebe in einer gemeinsamen, datenschutzkonformen Anwendung. Es deckt den ganzen Weg ab: erste Orientierung, Praktikum und schließlich die Ausbildung. Jugendliche können Berufe und Unternehmen in ihrer Umgebung entdecken und passende Praktika finden. Betriebe werden für den Nachwuchs sichtbar, knüpfen früh Kontakte, und Lehrkräfte können diesen Prozess begleiten. Für junge Menschen entstehen so klare Perspektiven in ihrer eigenen Heimat. Genau dieses Zusammenspiel habe die Jury überzeugt.
Berufsorientierung helfe jungen Menschen, ihren Weg zu finden, und damit einer Region, ihre Fachkräfte von morgen zu besetzen und zu halten. Sie stärke den Zusammenhalt von Bildung, Wirtschaft und Verwaltung, sichere die duale Ausbildung als tragende Säule und zeige, wie digitale Modernisierung den Menschen dienen könne.
Partner und Preis
Als Kooperationspartner nennt das Landratsamt die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die Kreishandwerkerschaft Oberland sowie das Netzwerk SchuleWirtschaft Weilheim-Schongau. Projektleitung und Organisation liegen bei der Ausbildungskompass Monika Uhl GmbH.
Den Best of Technology Award vergibt die „Wirtschaftswoche“ zusammen mit Capgemini als strategischem Partner; als wissenschaftliche Partner wirken Fraunhofer ISI und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit. Ausgezeichnet werden digitale Lösungen mit konkretem Nutzen für Unternehmen und Gesellschaft.
Landrat Johann Bertl äußerte sich erfreut über den Preis: „Diese Auszeichnung ist eine wunderbare Bestätigung für alle, die hier seit Jahren mit Herzblut mitwirken.“ Gemeinsam mit den Akteuren der Berufsorientierung und dem Landkreis hätten Schulen, Lehrkräfte und Betriebe ein Angebot geschaffen, das jungen Menschen echte Chancen biete. Dass die Region dabei zu den Vorreitern in ganz Deutschland gehöre, mache stolz und sei Ansporn, weiterzumachen.
Eigene Einschätzung
Ein Magazin, das sich lange hält und den Sprung ins Digitale schafft, scheint Schülern und Betrieben tatsächlich zu nützen. Die Mitteilung bleibt beim Lob stehen. Wie viele Jugendliche und Firmen die Plattform tatsächlich nutzen und was sie vermittelt hat, erfahren Leser nicht. Genau das wäre für eine Bewertung der Wirkung interessant.

