Kelheim – Das Landratsamt Kelheim war bei einem Dänisch-Deutschen GovTech-Breakfast in München vertreten, wie die Behörde mitteilte. Die Veranstaltung sollte eine praxisnahe Gelegenheit bieten, über aktuelle Herausforderungen bei der Digitalisierung von Verwaltungen zu sprechen. Organisiert hat sie das Königlich Dänische Generalkonsulat.
Das Generalkonsulat wurde auf Kelheim aufmerksam, weil das Landratsamt am Pilotprojekt der Nationalen Digitaloffensive beteiligt ist. Dieses Modernisierungsvorhaben soll es ermöglichen, digitale Verwaltungsleistungen flächendeckend anzubieten. Sie sollen spürbar bei den Menschen und Unternehmen ankommen.
Neben Impulsvorträgen diskutierten die Teilnehmer in wechselnden Gruppen. Themen waren unter anderem digitale Arbeitsweisen, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit. GovTech steht für „Government Technology“. Gemeint ist Technik, die eigens für den Einsatz in Behörden und Ämtern gebaut wird.
Sabrina Heinz, Sachgebietsleiterin Hauptamt / Innere Dienste, sagte: „Der bekannte Blick über den Tellerrand hinaus, auch auf unser Nachbarland Dänemark, war für uns sehr wertvoll und unkompliziert.“ Man habe verschiedene interessante Ansätze der anderen Teilnehmer kennengelernt, um die Verwaltung weiter effizient zu digitalisieren.
Das Landratsamt Kelheim hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 160 digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger, die sich unabhängig von Öffnungszeiten nutzen lassen.
Auf einen Blick
- Veranstaltung: Dänisch-Deutsches GovTech-Breakfast in München
- Veranstalter: Königlich Dänisches Generalkonsulat
- Angebot des Landratsamts Kelheim: über 160 Online-Dienste, unabhängig von Öffnungszeiten
Hintergrund
Die Nationale Digitaloffensive taucht auch bei einem konkreten Online-Dienst in Bayern auf. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums ist die elektronische Wohnsitzanmeldung Teil der Nationalen Digitaloffensive und gewinnt dadurch zusätzlich an Tempo.
Mit diesem Dienst können Bürger sich nach einem Umzug online bei der Meldebehörde anmelden. Nach der Prüfung steht laut Innenministerium eine fälschungssichere digitale Meldebestätigung zum Download bereit. Für die Nutzung sind die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises oder die eID-Karte sowie die BundID erforderlich.
Die Bundesregierung schreibt auf ihrer Website, Bund und Länder arbeiteten gemeinsam daran, zentrale Dienstleistungen flächendeckend digital anzubieten. Bayern und Hessen sollen dabei vorangehen. Führerscheinanträge, Online-Ummeldungen und Aufenthaltsgenehmigungen gehören zu den fünf zentralen Leistungen, die dort jeweils bis Ende 2026 überall digital verfügbar sein sollen.
Eigene Einschätzung
Der Austausch über Ländergrenzen hinweg kann der Verwaltung neue Ideen liefern, auch wenn die Mitteilung offenlässt, welche Ansätze aus Dänemark Kelheim konkret übernehmen will. Für Bürger zählt am Ende, ob sich die Online-Angebote einfach nutzen lassen und im Alltag tatsächlich Wege sparen.

