Landshut – Beim 15. „Tag der offenen Kunstwerkstatt“ haben am vergangenen Sonntag 194 Ateliers in ganz Niederbayern ihre Türen für Besucher geöffnet. Das teilte der Bezirk Niederbayern mit. Die Werkstätten reichten von der Schreinerei über das lichtdurchflutete Speicheratelier und die Kellerwerkstatt bis zum heimischen Werktisch und einem alten Luftschutzbunker.
Projektleiterin Veronika Keglmaier vom Kulturreferat des Bezirks zog eine positive Bilanz. Bei Besuchen vor Ort und in Rückmeldungen vieler Kunstschaffender habe sie erfahren, dass viele Besucher die Gelegenheit genutzt hätten. Die Teilnehmer seien mit der Organisation zufrieden gewesen, hätten von sehr interessierten Gästen und guten Gesprächen berichtet und teils Werke verkauft. Keglmaier freute sich auch über die gute Begleitung durch die Presse. Der Bezirk richtet das Projekt „Ateliers in Niederbayern“ aus und wird dabei vom BBK Niederbayern e.V. und von Niederbayern-Oberpfalz e.V. unterstützt. Es findet seit 25 Jahren im Zweijahresturnus statt.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich war den ganzen Tag mit Bezirksheimatpfleger Dr. Clemens Knobling in verschiedenen Ateliers unterwegs, darunter bei zwei jungen Künstlerinnen, die ihre Arbeiten auch außerhalb des Ateliers zeigen.
Zwei Ateliers im Blick
Lucia Mirlach, Bildhauerin und akademische Künstlerin in Rottenburg a.d. Laaber (Landkreis Landshut), arbeitet in einem 200 Jahre alten Gebäude. Ihr Atelier liegt in ehemaligen Stallungen und einem Gewölbekeller, der als Brauereikeller und Luftschutzbunker diente. Thematisch geht es ihr um Vergänglichkeit, den Lebenskreislauf und das, was nicht sofort sichtbar ist. In ihrer Serie „Unter Wert“ zeigt sie etwa einen Wurzelstock oder das Innere eines Baumstamms, jeweils in Gold getaucht. Außerdem bringt sie Geschichte mit Ziegelsteinen auf eine Leinwand, modelliert Portraits und arbeitet viel mit Körperabdrücken. Ihre Kunst zeigt sie auch im öffentlichen Raum, aktuell im Skulpturenpark Freilassing.
Sabine Ackstaller aus Kirchdorf (Landkreis Kelheim) setzt auf unterschiedliche Materialien und Techniken. Sie fertigt Blumen und lebensechte Figuren aus Fiberglas, eine eigene Weihnachtskrippe aus Tombak, eine Blütenkugel aus Polymergips, Stahl und Holz sowie Lithografien. Verbindend sei ihre Formensprache, die vom Runden geprägt ist. Ihr Projekt „Würfel der Demokratie“ steht an zahlreichen historischen Orten in Bayern. Seit 2021 wurden bislang 13 Exemplare für Demokratiebildung aufgestellt, unter anderem im Bayerischen Landtag. Acht weitere sollen folgen.
Heinrich sagte: „Der Aktionstag zeigt: Niederbayern hat viel zu bieten.“ Knobling betonte, nicht nur das fertige Werk, sondern auch der Entstehungsprozess faszinierten an der Kunst.
Der nächste Aktionstag ist im Herbst 2028. Keglmaier hofft, dass dann der diesjährige Teilnehmerrekord von 194 geknackt wird und sogar 200 Künstlerinnen und Künstler besucht werden können.
Auf einen Blick
- Nächster Aktionstag: Herbst 2028
- Veranstalter: Bezirk Niederbayern, Kulturreferat
- Projektleitung: Veronika Keglmaier
Hintergrund
Nach Angaben des Bezirks Niederbayern gewähren am Aktionstag professionelle bildende Künstler überall in der Region Einblick in ihre Arbeitsräume und Ateliers. Der Bezirk schreibt auf seiner Website, der Tag ermögliche Einblicke in Werkräume und Arbeitstechniken.
Wer Fragen zum Projekt hat, erreicht den Bezirk laut dessen Website unter 0871 97512-730 oder per E-Mail unter kultur@bezirk-niederbayern.de. Informationen gibt es zudem auf der Projekthomepage www.ateliers-in-niederbayern.de.
Eigene Einschätzung
Die Mischung aus Gesprächen mit den Künstlern und dem Blick in echte Arbeitsräume macht den Tag für Besucher reizvoll. Wer beim nächsten Mal mitmachen oder hingehen möchte, findet die Ansprechstelle beim Kulturreferat. Offen bleibt, wann und wie sich Künstler für die nächste Runde bewerben können. Dazu sagt die Mitteilung nichts.


