Im Eichstätter Dom hat Bischof Christian Würtz am Sonntag, 18. Oktober, beim Kirchweihfest darüber gepredigt, wie Glaube im Alltag aussehen kann. Das teilte das Bistum Eichstätt mit. Seine Kernaussage: Gott wolle den Menschen nicht nur in der Kirche begegnen, sondern auch im Alltag nahe sein. Wichtig sei, dass Christinnen und Christen auf Gottes Liebe mit konkreten Taten antworten. Der Bischof hebt hervor: „Wir können Jesus noch so oft einladen, wenn wir nicht auch durch die Tat antworten, werden wir kein Heil erfahren“.
Als Ausgangspunkt wählte Würtz die biblische Erzählung vom Zöllner Zachäus. Jesus will bei ihm überraschend zu Gast sein. Die Begegnung stellt das Leben des von vielen verachteten Zöllners auf den Kopf. Zachäus will fortan die Hälfte seines Besitzes an Arme abgeben und all jene entschädigen, die er hintergangen hat.
Einladung gilt jedem
Nach den Worten von Würtz richtet sich diese Einladung Jesu auch heute an jeden Menschen. Jesus wolle nicht allein im Gotteshaus zugegen sein, sondern ebenso in Wohnungen und Herzen. Wer ihn wirklich willkommen heiße, könne mit ganz unterschiedlichen Zeichen gelebter Nächstenliebe antworten. Als Beispiele nannte er etwa Hilfe für einen Nachbarn, einen Besuch bei einem einsamen Menschen, ehrenamtliches Mitwirken in der Pfarrei oder ein Gebet für Menschen in Not.
Das Kirchweihfest soll laut dem Bischof Mut machen, den Glauben auch außerhalb der Kirchenmauern zu leben. Der Dom erinnere daran, „dass Gott nicht nur hier bei uns sein möchte. Er möchte auch bei uns zu Hause sein, in unseren Herzen und in unserem Alltag.“ Gott wolle über die Gläubigen auch diejenigen erreichen, die seine Nähe am dringendsten brauchen.
Hintergrund zum Fest
Das Hochfest Kirchweih wird immer am dritten Sonntag im Oktober begangen. Die katholische Kirche erinnert dann mit Gottesdiensten und Feiern an die „Geburtstage“ ihrer Gotteshäuser. Der einheitliche Termin geht auf eine Verfügung des bayerischen Königs von 1866 zurück. Die „Allerweltskirchweih“, wie der Tag im Volksmund heißt, hat sich allerdings nur in Altbayern durchgesetzt.
Das Pontifikalamt gestaltete der Eichstätter Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Manfred Faig musikalisch mit. Aufgeführt wurden Werke von Josef Gabriel Rheinberger und Anton Bruckner. Domorganist Martin Bernreuther übernahm den Part an der Orgel.
Eigene Einschätzung
Die Predigt übersetzt ein großes Wort in kleine, machbare Schritte: Nachbarschaftshilfe, ein Besuch, ein Gebet. Das macht sie auch für Menschen anschlussfähig, die sonst selten im Dom sitzen. Offen bleibt, wie diese Ermutigung in den Pfarreien vor Ort konkret aufgegriffen wird.


