Landkreis Kelheim: Lernpaten für Schulen gesucht, eine Stunde pro Woche genügt

Kelheim – Die Ehrenamtsstelle des Landkreises Kelheim sucht für das neue Schuljahr wieder ehrenamtliche Lernpatinnen und Lernpaten. Das teilte das Landratsamt Kelheim mit. Wer mitmacht, begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg: mit Zeit, einem offenen Ohr oder gemeinsamem Lesen. Üblicherweise treffen sich Pate und Patenkind einmal pro Woche in der Schule.

Nach Angaben des Landratsamts fördert eine Lernpatenschaft sowohl das Lernen als auch die persönliche Entwicklung der Heranwachsenden. Das erleben auch die Engagierten selbst. Lernpatin Ramona Gammel sagt über ihr Patenkind: „Mein Patenkind genießt es sehr, dass jemand einfach nur für sie da ist.“ Lernpatin Simone Sokol betont, sie wolle weder Eltern noch professionelle Unterstützungsangebote ersetzen, sondern einem Kind ihre Zeit schenken.

So funktioniert der Einstieg

Pädagogische Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer gern mit Kindern und Jugendlichen arbeitet und mit ihnen lernen möchte, bringt genug mit. Zum Start gibt es eine erste Einführung, dann werden organisatorische Rahmenbedingungen abgestimmt. Anschließend ermitteln die Ehrenamtsstelle und die Interessierten gemeinsam eine passende Einsatzschule.

Derzeit können Interessierte an Grundschulen in Abensberg, Ihrlerstein, Kelheim, Langquaid, Mainburg, Neustadt, Riedenburg, Saal, Teugn und Thaldorf helfen, wobei in Thaldorf das Sonderpädagogische Förderzentrum Eduard-Staudt-Schule gemeint ist. Auch an weiterführenden Schulen in Bad Abbach, Ihrlerstein, Langquaid, Mainburg, Riedenburg und Saal sowie in Thaldorf werden Paten gesucht.

Während des Einsatzes sind die Projektkoordinatoren an den Schulen feste Ansprechpersonen. Gemeinsame Fortbildungen und Austauschtreffen bieten außerdem Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und sich zu vernetzen.

Lernpatin Susanne Weinspach-Smidelius beschreibt, was sie antreibt: Wenn bei den Kindern der „Klick-Moment“ eintrete und sie Zusammenhänge verstünden, werde Lernen von einer Pflicht zu einer Freude. Dieses neue Selbstvertrauen sei ein Grundstein für die weitere Entwicklung.

Auf einen Blick

  • Zeitaufwand: ein Treffen pro Woche, üblicherweise in der Schule
  • Voraussetzungen: keine pädagogischen Vorkenntnisse
  • Kontakt: Ehrenamtsstelle, ehrenamtsstelle@landkreis-kelheim.de oder 09441 207-1045
  • Die Kontaktaufnahme ist unverbindlich

Hintergrund

Wie das Landratsamt auf der Projektseite beschreibt, können Lernpaten von der Grundschule über weiterführende Schulen bis zur Berufsschule tätig sein. Wer einsteigen will, meldet sich bei der Ehrenamtsstelle oder registriert sich online.

Danach schickt die Ehrenamtsstelle Informationen zum Projekt und die nötigen Formulare. Beigelegt sind eine Einverständniserklärung zur Teilnahme sowie ein Antragsformular, mit dem sich das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis ohne Gebühr beantragen lässt. Zudem erhalten Interessierte die Kontaktdaten der Ansprechpersonen an den infrage kommenden Schulen.

Die Formalitäten klärt die Ansprechperson an der Schule, die zudem die Verbindung zwischen Lernpatin oder Lernpate, den Erziehungsberechtigten und dem Patenkind herstellt. Dann beginnt die Patenschaft für das laufende Schuljahr. Während der gesamten Zeit können sich Interessierte jederzeit an die Ehrenamtsstelle oder an die Ansprechpersonen an der Schule wenden, wenn sie Rat brauchen.

Eigene Einschätzung

Das Angebot ist niedrigschwellig, weil weder Vorkenntnisse noch ein großer Zeitaufwand verlangt werden. Gut ist auch, dass Interessierte erst unverbindlich nachfragen können. Wer sich entscheidet, sollte bedenken, dass eine Patenschaft Verlässlichkeit verlangt, denn ein Kind rechnet mit dem festen Termin. Die Mitteilung nennt nicht, wie lange eine Patenschaft üblicherweise dauert.

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