Eichstätt – Im Eichstätter Rathaus funktioniert nach dem kriminellen Cyberangriff ein Teil der Technik wieder, der Normalbetrieb ist aber noch nicht erreicht. Die ersten Server sind wiederhergestellt, und seit Dienstagnachmittag können einzelne Beschäftigte wieder über ihre dienstlichen Mailadressen schreiben. Bis mindestens Ende dieser Woche gilt weiterhin der Notbetrieb, teilte die Stadt Eichstätt mit.
Postfächer werden Gerät für Gerät freigegeben
Die Zugänge zu den dienstlichen Postfächern kommen schrittweise zurück. Zuvor wird jeder einzelne der weit über 100 Rechner geprüft und dann freigegeben. Erst danach können die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder Mails lesen und versenden. Bis alle Rechner geprüft sind und der Mailverkehr wieder komplett läuft, dauert es nach Angaben der Stadt mindestens bis Ende dieser Woche.
Auch die Telefone kehren nach demselben Muster zurück: Sobald das Endgerät einer Beschäftigten oder eines Beschäftigten freigegeben ist, kann sie oder er auch das Telefon wieder benutzen. In dringenden Fällen bleibt die Notfall-Hotline die erste Anlaufstelle.
Was Bürgerinnen und Bürger zu ihren Mails wissen müssen
Wer in den vergangenen beiden Wochen eine Mail ans Rathaus geschickt hat und sie nicht zustellen konnte, bekam automatisch eine Unzustellbarkeits-Benachrichtigung. Die Stadtverwaltung bittet, diese Nachrichten noch einmal zu senden. Wer keine solche Fehlermeldung erhalten hat, dessen Nachricht sollte grundsätzlich angekommen sein.
Allerdings lag die Bearbeitung der Post rund zwei Wochen brach, entsprechend viele Anfragen haben sich angesammelt. Dazu fehlen vielen noch die Programme, die sie für die Bearbeitung brauchen. Deshalb bittet die Stadt um Verständnis für längere Wartezeiten bei Antworten.
Außerdem ist noch unklar, welche Daten die Täterinnen und Täter abgreifen konnten und ob sowie wie sie davon Gebrauch machen können. Die Verwaltung rät deshalb dringend zur Vorsicht bei E-Mails, die angeblich im Namen der Stadt Eichstätt verschickt werden.
Viele Dienstleistungen weiter nicht möglich
Dass Mails und Telefone wieder gehen, heißt nach Angaben der Stadt nicht, dass das Rathaus alle Leistungen wieder anbieten kann. Viele Behörden-Programme stehen weiterhin nicht zur Verfügung, darunter die Systeme für Personalausweise, Wohnsitzanmeldungen und Parkberechtigungen. Technisch ist die Wiederherstellung aufwendig, und stellenweise müssen dafür auch andere Behörden mitwirken.
Welche Dienstleistungen aktuell gehen und welche nicht, steht in einem ausführlichen, laufend aktualisierten FAQ auf der Internetseite der Stadt unter https://www.eichstaett.de/cyberangriff/. Es wird angepasst, sobald weitere Angebote wieder möglich sind.
Die Stadt weist außerdem auf ihre Push-Benachrichtigungen aufs Smartphone hin. Eine Anleitung gibt es unter www.eichstaett.de/push.
Auf einen Blick
- Die Notfall-Hotline (08421) 93770 ist bis auf Weiteres zu den Öffnungszeiten besetzt.
- Die Stadtverwaltung ist montags bis donnerstags von 8 bis 12:30 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr.
- Der Info-Punkt im Rathaus steht zu den Öffnungszeiten bis auf Weiteres wieder zur Verfügung.
- Aktuelle Übersicht der möglichen Dienstleistungen: https://www.eichstaett.de/cyberangriff/
- Push-Benachrichtigungen: www.eichstaett.de/push
Eigene Einschätzung
Für Betroffene ist vor allem die Bitte wichtig, Mails mit Fehlermeldung erneut zu senden, sonst bleibt manches Anliegen liegen. Offen bleibt, wann Ausweis- und Meldewesen wieder laufen, dazu nennt die Stadt keinen Termin. Wer dringend etwas braucht, fährt mit Hotline und FAQ besser als mit einer Mail, auf die womöglich lange keine Antwort kommt.

