Passau – Kinder und Jugendliche in Passau sollen künftig mehr Raum für eigene kreative Ideen bekommen. Dafür ist am 1. Oktober 2026 das Projekt be_pART gestartet, wie die Universität Passau mitteilte. Beteiligt ist ein Team aus Deutschdidaktik und Kunstpädagogik sowie dem Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik ZLF, die gemeinsam mit Stadt und Landkreis Passau arbeiten. Die Förderung kommt vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend; sie läuft über die OER-Strategie.
Im Mittelpunkt steht die Partizipation: Schülerinnen und Schüler sollen abseits des Unterrichtsraums gemeinsam künstlerisch arbeiten und dabei eigene Stärken und Ideen einbringen, sei es mit Bildern, Sprache oder digitalen Medien. Junge Menschen sollen die kulturelle Landschaft ihrer Umgebung nicht nur nutzen, sondern aktiv mitgestalten. Die Gruppe der Universität, vertreten durch Deutschdidaktik, Kunst, Psychologie und Mediendesign, plant dazu eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Praxispartnern.
Ein wichtiger Pfeiler ist der Aufbau eines Netzwerks. Innerhalb der geplanten drei Jahre soll in und um Passau ein Verbund von Veranstaltungsorten entstehen. Er soll fortlaufend kreative Formate für Kinder und Jugendliche etablieren und über die Projektphase hinaus erhalten. Bestehende Räume von Universität, Schule und Kulturträgern, etwa das städtische Jugendzentrum Zeughaus, sollen für das Projekt genutzt und wissenschaftlich begleitet werden. Außerdem sollen bisher ungenutzte Orte in der Stadt als Bühnen erschlossen werden.
Lehramtsstudierende sind ebenfalls eingebunden: Sie konzipieren und betreuen gemeinsame Workshops und Veranstaltungen, richten neuartige Lernorte ein und machen deren Möglichkeiten für die Schülerschaft sichtbar.
Projektleiter Prof. Dr. Markus Pissarek vom Lehrstuhl für Deutschdidaktik sagte: „Endlich geht es los!” Viele Vorgespräche und Ideen seien in das Projekt eingeflossen, das Team hoffe, die kreativen Impulse möglichst schnell umzusetzen. Mit möglichen Partnern wird bereits gesprochen. Für die Kunstpädagogik sagte Prof. Dr. Barbara Lutz-Sterzenbach, die auch Visual Literacy lehrt: „Wir sind schon sehr neugierig und freuen uns auf die Ideen der Kinder und Jugendlichen“.
Auf einen Blick
- Projektstart: 1. Oktober 2026
- Geplante Laufzeit: drei Jahre
- Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und zwar im Rahmen der OER-Strategie.
- Zu erreichen ist das Projekt unter be_part@uni-passau.de.
- Für das Projektmanagement ist hristo.kapitanov@uni-passau.de die Anlaufstelle.
Hintergrund
Kreative Workshops für Kinder und Jugendliche gibt es an der Universität Passau schon länger. Die Professur für Kunstpädagogik und Visual Literacy bietet unter dem Titel Kind.Jugend.Kunst jedes Semester verschiedene Workshops an, die Studierende und Dozierende der Professur gemeinsam planen und durchführen. Sie finden in den Räumlichkeiten der Professur in der Innstraße 35 und 71 statt.
Wer über künftige Veranstaltungen informiert werden will, kann sich per Mail melden und wird auf Anfrage in den Verteiler aufgenommen. Das sei empfehlenswert, denn die Workshops seien immer schnell ausgebucht, heißt es auf der Website der Universität. Die Adresse lautet kind.jugend.kunst@gmx.de.
Zu den bisherigen Angeboten zählte ein Workshop, in dem Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 14 Jahren ein Märchen mit Collagen und eigenen Bildinterpretationen neu gestalteten. Die Sommerakademie von Kind.Jugend.Kunst findet laut Website wieder in der ersten Sommerferienwoche statt, für 2026 wird der Zeitraum 3.8.-6.8.2026 genannt.
Zur kulturellen Bildung allgemein schreibt das Bundesbildungsministerium auf seiner Website, sie fördere die persönliche Entwicklung und kreatives Denken. Angesprochen werden sollen Personen aller Altersstufen, vor allem aber der Nachwuchs, also Kinder und Jugendliche.
Eigene Einschätzung
Der Ansatz, junge Leute nicht nur zu beschäftigen, sondern mitgestalten zu lassen, überzeugt. Ob das gelingt, hängt am Netzwerk der Orte, das dauerhaft bestehen soll. Offen bleibt, wie Kinder und Jugendliche konkret teilnehmen können und wann die ersten Angebote starten. Interessierte Schulen und Kulturträger sollten die genannten Kontaktadressen nutzen.


