München – Der Bau der Verlegung der Bundesstraße 11 bei Schweinhütt, einem Stadtteil von Regen, hat offiziell begonnen. Am Samstagnachmittag nahmen Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter gemeinsam den Spatenstich vor. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit.
Die neue Strecke ist 2,6 Kilometer lang und hat sieben Brücken und zwei Anschlussstellen. Die Gesamtinvestition beträgt rund 33 Millionen Euro. Durch die Ortsdurchfahrt Schweinhütt fahren täglich 10.000 Fahrzeuge, darunter 500 Lkw. Die Verlegung soll den weiträumigen Verkehr, insbesondere den Schwerverkehr, dauerhaft aus der Ortslage lenken.
Gebaut wird in zwei Schritten: Zunächst entstehen mehrere Brücken, danach wird die Strecke gebaut. Dafür sind voraussichtlich rund sechs Jahre eingeplant. In Fahrtrichtung Deggendorf bekommt die neue Strecke einen 700 Meter langen Überholstreifen. Der bereits bestehende Überholstreifen wird um 200 Meter verlängert.
Zum Projekt gehört auch Natur- und Artenschutz. Für Fledermäuse, Vögel und Haselmäuse werden neue Ersatzquartiere geschaffen. Zusätzlich werden neue Ausgleichsflächen angelegt, etwa durch den Umbau von Wald.
Staatssekretär Lange sagte, die B 11 sei eine zentrale Verkehrsachse Ostbayerns, wichtig für Pendler, Wirtschaft, Tourismus und den grenzüberschreitenden Verkehr nach Tschechien. Der Ort werde „spürbar von Lärm, Abgasen und Durchgangsverkehr“ entlastet. Bernreiter ordnete die Verlegung in ein langfristiges Gesamtkonzept für die B 11 ein.
Der Bund hat die Baufreigabe für die Verlegung bei Schweinhütt im Dezember 2025 erteilt, zusammen mit weiteren Bundesfernstraßenprojekten in Bayern. Teil des Ausbaukonzepts sind außerdem die Ortsumgehung Zwiesel (1986), die Verlegung bei Deggendorf (1996), die Umfahrung Regen (2000) und die dreistreifigen Streckenabschnitte zwischen Regen und Schweinhütt (2010) sowie zwischen Grafling und Gotteszell (2021). Für die Ortsumgehung Ruhmannsfelden läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren.
Auf einen Blick
- Strecke: 2,6 Kilometer mit sieben Brücken und zwei Anschlussstellen
- Investition: rund 33 Millionen Euro
- Bauzeit: voraussichtlich rund sechs Jahre (Angabe des Ministeriums)
- Überholstreifen: 700 Meter in Fahrtrichtung Deggendorf, bestehender Streifen um 200 Meter verlängert
Hintergrund
Die Regierung von Niederbayern nennt auf ihrer Website einen Planfeststellungsbeschluss vom 21.06.2023 für die Verlegung bei Schweinhütt. Dort sind auch die festgestellten Planunterlagen abrufbar, darunter ein Erläuterungsbericht, eine Übersichtskarte und Lagepläne zum Grunderwerb.
Die Regierung betont, dass rechtlich maßgebend die in Regen (Stadt), Zwiesel (Stadt), im Markt Schönberg und weiteren Gemeinden öffentlich ausgelegten Unterlagen sind. Wer wissen will, ob eigene Grundstücke betroffen sind, findet dazu Grunderwerbsverzeichnis und Grunderwerbspläne, die dort anonymisiert eingestellt sind.
Als Ziele nennt das Staatliche Bauamt Passau auf seiner Projektseite die Entlastung der Ortsdurchfahrt vom Durchgangsverkehr sowie mehr Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit. Dazu sollen sichere Überholabschnitte im dreistreifigen Ausbaubereich und höhenfreie Anschlussstellen beitragen.
Eigene Einschätzung
Für Anwohner zählt vor allem, wann der Verkehr tatsächlich aus der Ortsdurchfahrt verschwindet. Bei der angekündigten Bauzeit braucht es dafür einen langen Atem. Offen bleibt, wie der Verkehr während der Bauphase geführt wird und ob Umleitungen nötig werden. Dazu schweigt die Mitteilung. Wer Fragen zu Grundstücken hat, kann in den veröffentlichten Planunterlagen nachlesen.

