Erstkommunion 2027 in Bayern: Termine, Anmeldung und Schulbefreiung

Für viele katholische Familien in Südbayern ist die Erstkommunion das große Fest im Frühjahr. Gemeint ist der erste Empfang der Kommunion, den Kinder in der katholischen Kirche des Westens meist gemeinsam in ihrer Pfarrgemeinde feiern, sobald sie das sogenannte Vernunftalter erreicht haben. Der feste Termin hat eine Münchner Wurzel: Dort fand die Feier laut Wikipedia im Jahr 1661 erstmals am Weißen Sonntag statt, später wurde dieser Tag für die ganze katholische Kirche verbindlich.

Im Bistum Augsburg ist die Zahl der Kommunionkinder zuletzt leicht gestiegen: Für 2025 meldete es 10.569 Erstkommunionen, nach 10.361 im Jahr davor. In Deutschland gehen die Kinder in der Regel in der dritten Klasse zur Erstkommunion. Wer 2027 feiern will, fragt am besten schon im Herbst 2026 bei der eigenen Pfarrei nach. In der Pfarreiengemeinschaft Grünten etwa beginnt die Vorbereitung bereits dann.

Weißer Sonntag 2027 fällt auf den 4. April

Traditionell feiern Pfarreien die Erstkommunion am Weißen Sonntag, also am Sonntag nach Ostern. Im kommenden Jahr ist das der 4. April. Weil sich der Tag nach dem Osterdatum richtet, liegt er je nach Jahr zwischen dem 29. März und dem 2. Mai.

Manche Gemeinden binden sich allerdings nicht mehr an diesen einen Tag. Laut Wikipedia gibt es seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch Feiern am Ostermontag, an Christi Himmelfahrt oder an anderen Sonntagen im April und Mai, häufig verteilt auf zwei oder mehr Termine. Als Gründe nennt der Eintrag die Abstimmung in großen Pfarreien und die Lage des Weißen Sonntags in den Osterferien. Die Pfarrei St. Stephan in Kissing etwa feiert nach eigenen Angaben jedes Jahr dreimal: am Weißen Sonntag und an den zwei folgenden Sonntagen, im Wechsel zwischen St. Stephan und St. Bernhard.

Anmeldung teils schon im Herbst davor

Die Frist für die Anmeldung kann früher ablaufen, als viele Eltern erwarten. In der Pfarreiengemeinschaft Grünten konnten sich Eltern im September bei einem Elternabend informieren und ihr Kind bis Ende des Monats für die Erstkommunion 2027 anmelden. Die Vorbereitung läuft dort in zwei Etappen, die erste noch 2026, die zweite bis April 2027, und beide sind Pflicht. Über die Schule läuft das nicht, weil die Kinder verschiedene Schulen besuchen und die Pfarrei aus Datenschutzgründen keine Listen von dort erhält.

In Kissing schreibt die Pfarrei die Familien in der Regel früh an; wer neu zugezogen ist, meldet sich selbst im Pfarrbüro. Wurde das Kind anderswo getauft, braucht das Pfarrbüro eine Kopie der Taufurkunde oder einen Taufschein. Für den Festtag selbst brauchen die Kinder dort eine Kommunionkerze.

Zur Vorbereitung gehört auch die erste Beichte, ohne die es keine Erstkommunion gibt. Laut Wikipedia treffen sich die Kinder meist in kleinen Gruppen, die ehrenamtliche Katecheten oder Eltern leiten, die sogenannten Tischmütter und Tischväter. In Kissing dagegen bereiten hauptberufliche pastorale Mitarbeiter die Kinder in eigenen Weggottesdiensten vor.

Schulfrei nur auf Antrag

Fällt das Fest oder ein Vorbereitungstermin auf einen Schultag, gilt in Bayern zunächst die Pflicht, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen. Das hat das Staatsministerium für Unterricht und Kultus in einer Antwort vom 19.09.2019 an den Bayerischen Landtag (Drucksache 18/3663) mit Verweis auf das BayEUG dargelegt. Die Anfrage drehte sich um Befreiungen vom Unterricht allgemein und um muslimische Feiertage, nicht um die Erstkommunion.

Ausnahmen regelt laut dieser Antwort die Bayerische Schulordnung in § 20 Abs. 3. Danach kann die Schule ein Kind in begründeten Ausnahmefällen auf schriftlichen Antrag beurlauben, und sie muss genügend Gelegenheit lassen, religiöse Pflichten und Veranstaltungen auch außerhalb der Schule wahrzunehmen. Einen Katalog aller anerkannten Gründe gab es nach Angaben des Ministeriums damals nicht, die Schule sollte jeden Fall einzeln abwägen. Ob sich daran seither etwas geändert hat, weiß die Schule. Wer für die Feier oder einen Termin der Pfarrei einen freien Schultag braucht, fragt dort früh nach und stellt den Antrag schriftlich.

Auf einen Blick

  • Weißer Sonntag 2027: 4. April; manche Pfarreien verteilen die Feiern auf mehrere Sonntage im April und Mai.
  • Anmeldung teils schon im September des Vorjahres, wie das Beispiel Grünten zeigt.
  • Bei Taufe in einer anderen Pfarrei Taufschein oder Kopie der Taufurkunde bereithalten.
  • Schulbefreiung nach der Landtagsantwort vom 19.09.2019 nur auf schriftlichen Antrag, Grundlage ist § 20 Abs. 3 der Bayerischen Schulordnung.

Eigene Einschätzung

Viele Familien denken zuerst an Saal, Essen und Einladungen. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: erst bei der eigenen Pfarrei Datum und Anmeldeschluss erfragen, dann buchen. Wo eine Pfarrei mehrere Feiern anbietet, lohnt die Frage, nach welcher Regel die Kinder auf die Termine verteilt werden. Dass jede Schule selbst über eine Befreiung entscheidet, macht die Sache schwer planbar. Ein kurzer, früher Antrag erspart Diskussionen kurz vor dem Fest.

Quellen

  1. Erstkommunion – Wikipedia (abgerufen am 21.10.2026)
  2. Weißer Sonntag – Wikipedia (abgerufen am 21.10.2026)
  3. 18_0003663.pdf (abgerufen am 21.10.2026)
  4. Vorbereitung auf die Erstkommunion – Bistum Augsburg (abgerufen am 21.10.2026)
  5. Erstkommunion – Krankenkommunion – Bistum Augsburg (abgerufen am 21.10.2026)
  6. Zahl der Kirchenaustritte sinkt erneut – Bistum Augsburg (abgerufen am 21.10.2026)

Die Redaktion hat diesen Beitrag mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Jede Zahl und jede Tatsachenangabe wurde vor der Veröffentlichung mit der genannten Quelle abgeglichen. Die „Eigene Einschätzung“ ist ein Kommentar der Redaktion.

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