Eichstätt – Insgesamt 65 Projekte weltweit hat das Bistum Eichstätt im Jahr 2025 mit 741.600 Euro unterstützt. Davon kamen rund 250.300 Euro unmittelbar aus Kirchensteuermitteln, rund 491.200 Euro aus zweckgebundenen Spenden. Das geht aus dem Jahresbericht des Referats Weltkirche hervor. Neben der finanziellen Förderung gehören internationale Partnerschaften, Bildungsarbeit und der Einsatz für Frieden zu den Schwerpunkten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Projektförderung lag erneut in der Partnerschaft mit Burundi. Für 14 Projekte standen mehr als 268.000 Euro aus zweckgebundenen Spenden und rund 55.000 Euro aus Kirchensteuermitteln zur Verfügung. Unterstützt wurde unter anderem der Ausbau des Sozial- und Pastoralzentrums in Bugendana, zu dem auch eine Berufsschule gehört. Die Ukraine gehörte mit 15 unterstützten Vorhaben ebenfalls zu den Schwerpunkten. Insgesamt wurden im Jahr 2025 aus Kirchensteuermitteln einschließlich des Katastrophenfonds 37 Projekte und Stipendien in zehn Ländern gefördert. Weitere 28 Projekte konnten durch zweckgebundene Spenden unterstützt werden.
70 Jahre Partnerschaft mit Indien
Ein Höhepunkt des Berichtsjahres war die Reise der Jugendkantorei am Eichstätter Dom nach Indien. 17 Sängerinnen und Sänger verbrachten im November zehn Tage im Partnerbistum Poona. Gemeinsam mit indischen Chören gestalteten sie Gottesdienste und feierten das 70-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den beiden Bistümern. Bei Besuchen von Schulen und sozialen Einrichtungen konnten die Jugendlichen zudem erleben, wie die Erlöse der Sternsingeraktion vor Ort eingesetzt werden.
Auch die Partnerschaft mit dem Bistum Gitega in Burundi wurde weiter gefestigt. Im Mai reiste der damalige Bischof Gregor Maria Hanke mit einer Delegation in das ostafrikanische Land. Dabei besuchte er verschiedene Partnerprojekte und unterzeichnete ein gemeinsames Memorandum. Die Verbindung zwischen beiden Bistümern besteht seit 50 Jahren. Sie umfasst neben der Unterstützung sozialer und pastoraler Einrichtungen auch den Austausch von Priestern, Kontakte zwischen Schulen und Pfarreien sowie die Zusammenarbeit in ökologischen Projekten.
„Weltkirche lebt von Begegnungen auf Augenhöhe“, meint der Leiter des Referats Weltkirche, Gerhard Rott. „Wenn Jugendliche in Indien erleben, was aus ihrer Unterstützung geworden ist, oder Menschen in Burundi und Eichstätt miteinander ins Gespräch kommen, wird aus einer Partnerschaft mehr als finanzielle Hilfe: ein gegenseitiges Lernen und ein Austausch, von dem beide Seiten profitieren.“
Friedensgebete und globales Lernen
Ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt setzen die wöchentlichen ökumenischen Friedensgebete in Eichstätt. Sie waren 2022 als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine entstanden und werden von einer breiten ökumenischen Allianz getragen. Im Jahr 2025 fanden 38 Gebete statt. Zu den wöchentlichen Gebeten kamen jeweils 30 bis 50 Menschen, bei besonderen Anlässen mehrere Hundert.
Auch die Bildungsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der weltkirchlichen Tätigkeit. 30 Veranstaltungen mit insgesamt 1.853 Teilnehmerinnen und Teilnehmern organisierte das Referat Weltkirche 2025. Das Angebot richtete sich an unterschiedliche Altersgruppen und beschäftigte sich unter anderem mit globaler Gerechtigkeit, nachhaltiger Entwicklung und den Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt. Hinzu kamen Begegnungs- und Bildungsangebote sowie die Zusammenarbeit mit kirchlichen Hilfswerken, Schulen, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und weiteren Partnern.
Weltkirche als Aufgabe des ganzen Bistums
Das Referat Weltkirche versteht seine Arbeit als Beitrag zu globaler Gerechtigkeit, Menschenrechten, Frieden und Nachhaltigkeit. Es begleitet die Partnerschaften des Bistums mit Poona in Indien, Gitega in Burundi und Leitmeritz in Tschechien. Außerdem bearbeitet das Referat Projektanträge aus aller Welt und fördert durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für weltkirchliche Zusammenhänge.
„Der Jahresbericht macht damit deutlich: Weltkirchliches Engagement im Bistum Eichstätt umfasst weit mehr als finanzielle Unterstützung. Es lebt von persönlichen Begegnungen, langfristigen Partnerschaften, Bildungsarbeit und dem gemeinsamen Einsatz für eine gerechtere und friedlichere Welt“, so das Fazit von Gerhard Rott.
Der Jahresbericht kann nachgelesen werden unter: bistum.org/jahresberichtweltkirche.


