Bayern: Winterdienst startet mit 900 Fahrzeugen und 400.000 Tonnen Salz

München – Für die kommende Wintersaison hat die Bayerische Staatsbauverwaltung nach eigenen Angaben 900 Fahrzeuge und 2.000 Beschäftigte bereit, dazu 400.000 Tonnen Salz im Vorrat. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München mit. Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte, bei besonders eisigem Wetter könne Nachschub aus heimischen Salzlagern kommen. Das mache den Winterdienst unabhängig von Importen. Zum Start der Saison sagte er: „Der Winter kann kommen – wir sind gerüstet!“

Die rund 2.000 Frauen und Männer arbeiten in 64 Straßenmeistereien. Sie betreuen ein Netz von 20.000 Kilometern Bundes- und Staatsstraßen. Gut 300 der Fahrzeuge gehören dem Staat, 600 Lkw fahren private Unternehmer.

Im vergangenen Winter gab der Freistaat rund 73 Millionen Euro für winterliche Bundes- und Staatsstraßen aus, fast 21 Millionen Euro davon allein für das Streusalz. Salz sei für einen wirksamen Winterdienst auf dem übergeordneten Straßennetz unverzichtbar, so das Ministerium. Bernreiter betonte, man gehe möglichst sparsam damit um, um die Umwelt zu schonen. Sein Grundsatz sei, nur dosiert und gezielt zu streuen.

Dazu wird statt loser Salzkörner angefeuchtetes Streusalz (Feuchtsalz) oder flüssige Sole ausgebracht. Beide lassen sich besser dosieren und haften besser auf dem Asphalt. Sie tauen schneller und wirken länger. Das senke den Salzverbrauch bei gleichbleibender Sicherheit wesentlich. Wichtiger wird die vorbeugende Streuung, etwa bei Reifglätte oder überfrierender Nässe. Dabei bringen die Fahrzeuge bei kritischen Temperaturen früh meist flüssige Sole aus, sodass Glätte gar nicht erst entsteht.

In Niederbayern und Oberbayern läuft außerdem ein Liefervertrag mit der Firma Develey Senf & Feinkost GmbH weiter. Seit 2019 wird Salzwasser aus der Gurkenproduktion aufbereitet. Eingesetzt wird es in den Meistereien der Region Dingolfing. So sparen die Meistereien jährlich rund 100 Tonnen Salz und 800.000 Liter Wasser. „Das Projekt bleibt ein voller Erfolg“, sagte Bernreiter.

In Niederbayern fährt schon den dritten Winter hintereinander ein Elektro-Lkw im Winterdienst. Das Pilotprojekt erprobt, wie zweckmäßig er für den Winterdienst ist. Bei anhaltendem Winterwetter mit mehreren Einsätzen direkt nacheinander stellt der Dienst hohe Anforderungen an Fahrzeug und Ladeinfrastruktur.

Der Minister bat Autofahrer, rechtzeitig auf geeignete Bereifung zu wechseln, aufmerksam zu fahren und einen Zeitpuffer einzuplanen. Den Einsatzkräften solle man mit Rücksicht und Geduld begegnen, wenn ihre Arbeit den Verkehr kurz verlangsamt.

Hintergrund

Auf diesen stark belasteten Straßen läuft der Winterdienst nach Angaben des Ministeriums rund um die Uhr. Auf den restlichen Straßen sorgt der Winterdienst normalerweise von 6 bis 22 Uhr dafür, dass sie befahrbar bleiben.

Laut Ministerium sind alle Räum- und Streufahrzeuge mit Feuchtsalzstreugeräten ausgerüstet. So habe sich der Salzverbrauch um rund 30 Prozent verringern lassen. Sole liegt auf trockener Fahrbahn deutlich länger als Feuchtsalz und eignet sich deshalb besonders für vorbeugende Einsätze.

Bei der Planung hilft das Winterdienstmanagementsystem. Der Winterdiensteinsatzleiter steuert damit alle Einsätze im Gebiet der Straßenmeisterei. Es bündelt die Daten zum Straßennetz und die Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes und der Straßenwetterstationen zu einer streckenbezogenen Prognose.

Zusätzlich zu den eigenen Streuguthallen der Meistereien hat man seit einigen Jahren elf regionale Zentralhallen gemietet, über die im Winter Nachschub an die Meistereien geliefert wird. Die gesamte Lagerkapazität für Bundes- und Staatsstraßen beträgt laut Ministerium derzeit etwa 600.000 Tonnen.

Eigene Einschätzung

Die Mitteilung zeigt, dass der Winterdienst sparsam mit Salz umgehen will, und nennt dafür konkrete Verfahren. Offen bleibt, wie sich der Elektro-Lkw bewährt hat, ein Ergebnis nennt das Ministerium nicht. Für Autofahrer bleibt die Mahnung zu Winterreifen und Geduld die praktischste Botschaft.

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