München – Nach mehr als zwei Jahren Sperrung ist die B 305 am Weinkaser wieder befahrbar. Der bayerische Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter und Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, gaben die neue Schutzgalerie gemeinsam frei, wie das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mitteilte. Gebaut wurde von März 2024 bis Herbst 2026.
Die Galerie ist 470 Meter lang. Sie soll den Verkehr künftig vor Lawinen und Steinschlag schützen. Wegen Naturgefahren war der Weinkaser laut Mitteilung immer wieder gesperrt worden. Bernreiter sagte, die Freigabe sei ein „Meilenstein für die Sanierung der Deutschen Alpenstraße B 305“.
Der Sanierungsabschnitt
Die Galerie bildet das Kernstück eines rund 2 Kilometer langen Abschnitts. Er reicht von der Kreuzung an der Wegscheid bis zur Einmündung bei Schneizlreuth in das Kleine Deutsche Eck. Im Bereich der Maßnahme fahren täglich über 7000 Fahrzeuge. Die Straße überwindet hier einen Höhenunterschied von über 100 Metern. Auf der rund 600 Meter langen Hauptsteigungsstrecke beträgt die Steigung etwa 10,5 Prozent.
Die neue Fahrbahn misst 7,5 Meter in der Breite. Beidseitig der Fahrbahn liegen Notgehwege von je einem Meter Breite. Auf der Talseite übernimmt eine 3,5 Meter breite Betonkragplatte zwei Aufgaben: Sie ist Fluchtweg und zugleich Geh- und Radweg. Radfahrer bekommen damit in diesem Bereich einen eigenen Weg.
Der Bund investierte insgesamt rund 50 Millionen Euro, davon rund 29,5 Millionen Euro in die Schutzgalerie. Nach Langes Worten sorgt die Maßnahme dauerhaft für mehr Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf der B 305.
Die Deutsche Alpenstraße
Die Deutsche Alpenstraße verbindet auf einer Länge von rund 450 Kilometern den Bodensee mit Berchtesgaden und gehört zu den ältesten Ferienstraßen des Landes. Im Landkreis Berchtesgadener Land ist sie für Einheimische und Touristen eine der wichtigsten Verbindungen. Seit ihrer Fertigstellung 1939 blieb sie fast unverändert in Betrieb. Über die Jahre litt sie stark unter Starkregen, Eis und Schnee.
Digitale Planung und Bauausführung
Das Staatliche Bauamt Traunstein plante den Hauptabschnitt des Hanganstiegs von Beginn an in 3D. Gründe waren das schwierige Gelände, die Naturgefahren, kaum zu erfassende Entwässerungsverhältnisse und der komplexe Baubetrieb. Erstmals begleitete Building Information Modeling (BIM) auch die gesamte Bauausführung. Dafür richtete das Bauamt ein modellverknüpftes Projektdashboard ein. Baufortschritt, Baudokumentation, Abnahmen, Nachtragsmanagement und Abrechnung lassen sich so direkt mit dem digitalen Bauwerksmodell verbinden. Die Erfahrungen damit nennt die Mitteilung durchweg positiv.
BIM soll künftig auch den Betrieb der Galerie unterstützen. Schon während des Baus wurden sämtliche Bauteile vermessen. Die Daten fließen in ein digitales „As-built-Modell“, das den tatsächlich ausgeführten Zustand zeigt und für Wartungsarbeiten genutzt werden soll.
Auf einen Blick
- Freigabe: 26.10.2026
- Bauzeit: März 2024 bis Herbst 2026
- Länge der Schutzgalerie: 470 Meter
- Sanierter Abschnitt: rund 2 Kilometer, von der Kreuzung an der Wegscheid bis zur Einmündung bei Schneizlreuth in das Kleine Deutsche Eck.
- Investition des Bundes: insgesamt rund 50 Millionen Euro, davon rund 29,5 Millionen Euro für die Schutzgalerie.
Eigene Einschätzung
Für Pendler und Urlauber zählt zuerst, dass die Strecke nach der langen Sperrung wieder offen ist und nicht mehr bei jeder Lawinengefahr dichtmacht. Der eigene Geh- und Radweg ist ein spürbarer Gewinn. Offen lässt die Mitteilung, ob die Galerie Sperrungen am Weinkaser vollständig verhindert und wie der Radweg an das übrige Wegenetz anschließt.


