Wie lässt sich der große Energiebedarf der Industrie im Chemiedreieck künftig sichern? Darum geht es beim dritten Burghauser Energiegipfel am Dienstag, 27. Oktober 2026. Um 18 Uhr beginnt die Veranstaltung im Stadtsaal Burghausen. Eingeladen sind alle Interessierten, wie die Stadt Burghausen mitteilte. Das Treffen steht unter dem Titel „Versorgungssicherheit und Transformation – Energiezukunft im ChemDelta Bavaria“.
Die Stadt verweist darauf, dass die energieintensiven Unternehmen der Region auch künftig viel Strom, Gas und weitere Energieträger brauchen, um ihre Standorte wettbewerbsfähig zu betreiben. Die Energiewende verändert zugleich die Anforderungen an Erzeugung, Transport und Speicherung. In Burghausen und Umgebung sind deshalb mehrere große Energie- und Infrastrukturprojekte geplant. Der Energiegipfel soll diese Entwicklungen zusammenführen, technische und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich machen und den direkten Austausch zwischen Projektverantwortlichen, Politik und Bevölkerung ermöglichen.
Das Programm
Den Anfang machen Fachvorträge. Dr. Georg Weichselbaumer spricht für ChemDelta Bavaria über die aktuelle Energiesituation und den künftigen Bedarf der regionalen Industrie. Es geht darum, welche Mengen die Unternehmen benötigen, welche Energieträger zum Einsatz kommen und was eine sichere, wettbewerbsfähige Versorgung erfordert.
Danach folgen konkrete Vorhaben. Vertreter des Unternehmens Qair berichten über den Planungsstand des Windparks und seinen möglichen Beitrag zur Stromversorgung von Region und Industrie. RWE stellt die geplanten Kraftwerksprojekte in Burghausen vor und erklärt, welche Bedeutung wasserstofffähige Gaskraftwerke künftig für die Versorgungssicherheit und die Stabilität der Netze haben könnten.
Um den Netzausbau geht es als Nächstes. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT erläutert seine Planungen für neue Stromtrassen und das Umspannwerk. Beantwortet werden sollen dabei Fragen aus der öffentlichen Diskussion: Warum braucht es zusätzliche Leitungen? Welche technischen und räumlichen Anforderungen gibt es? Nach welchen Kriterien legt man Standorte und Trassenverläufe fest?
Podium und Publikum
Im Anschluss diskutieren Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und weiteren beteiligten Bereichen gemeinsam auf dem Podium. Erster Bürgermeister Florian Schneider moderiert die Runde. Mit dabei ist auch Jutta Matreux, die das WACKER-Werk in Burghausen leitet. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen Energiebedarf der Industrie, künftiger Stromerzeugung, Netzausbau und Versorgungssicherheit. Verschiedene Sichtweisen sollen zur Sprache kommen, ebenso die Bedeutung der Projekte für den Wirtschaftsstandort und die Region.
Ausdrücklich erwünscht sind Fragen aus dem Publikum. Die Besucher können ihre Anliegen direkt an Fachleute und Projektverantwortliche richten.
„Eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Zukunft unserer Industrie und damit für die wirtschaftliche Stärke der gesamten Region“, so äußerte sich Schneider. Die Stadt wolle frühzeitig und umfassend informieren. Eingeladen seien neben Bürgerinnen und Bürgern auch Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kommunen.
Auf einen Blick
- Veranstaltung: 3. Burghauser Energiegipfel
- Im Mittelpunkt steht die Energiezukunft im ChemDelta Bavaria mit den Schwerpunkten Versorgungssicherheit und Transformation.
- Als Datum ist Dienstag, der 27. Oktober 2026 vorgesehen. Beginn ist um 18 Uhr.
- Stattfinden wird die Veranstaltung im Stadtsaal Burghausen.
- Die Stadt Burghausen tritt als Veranstalter auf.
Eigene Einschätzung
Wer wissen will, was hinter Windpark, Gaskraftwerken und neuen Trassen steckt, bekommt hier die Beteiligten an einem Abend zusammen. Das Publikum kann Fragen stellen, das ist der eigentliche Wert. Auffällig ist, dass vor allem Projektträger und Industrie zu Wort kommen. Kritische Stimmen nennt die Mitteilung nicht, die sollten Besucher selbst in die Fragerunde einbringen.

