Memmingen – Wer wissen will, wie im Memminger Schwimmwerk das Wasser sauber bleibt, kann künftig im Untergeschoss nachsehen. Der technische Leiter Juan Bancalari führt ab November durch die Badetechnik. Das teilte die Stadt Memmingen mit. Nach ihren Angaben verfügt das Schwimmwerk über eine der modernsten Badetechnikanlagen im Allgäu.
Bei dem Rundgang geht es um Technik, die Badegäste meist nicht sehen. Bancalari erklärt, wie der Wasserkreislauf funktioniert, welche Aufgaben Pumpen und Filter übernehmen und wie die Anlagen gesteuert werden. So erfahren die Teilnehmenden, was täglich für die Wasserqualität und einen reibungslosen Badebetrieb sorgt.
Die Führung selbst kostet nichts. Für den Eintritt ins Bad brauchen die Teilnehmenden aber ein Kurs- und Eventticket für 6,30 Euro, das es nur an Servicepoint & Kasse gibt. Nach dem Rundgang können sie das Hallenbad weiter nutzen. Die Anmeldung läuft online: Im Onlineshop des Schwimmwerks gibt es die Technikführung unter „Tickets“.
Auf einen Blick
- Termine: 2. November und 7. Dezember 2026 sowie 8. Februar, 1. März und 5. April 2027
- Beginn: jeweils montags um 17 Uhr, Dauer etwa 45 Minuten
- Treffpunkt: Foyer des Schwimmwerks Memmingen
- Teilnehmerzahl: maximal 15 Personen pro Termin
- Kosten: Führung kostenlos, Kurs- und Eventticket für 6,30 Euro, nur an Servicepoint & Kasse erhältlich
- Anmeldung: Onlineshop des Schwimmwerks, Rubrik „Tickets“
Hintergrund
Wie Badewasser sauber gehalten wird, beschreibt das Umweltbundesamt auf seiner Website. In Frei- und Hallenbädern wird das Wasser demnach ständig im Kreislauf aufbereitet und desinfiziert. Die Desinfektion soll die von den Badegästen abgegebenen Mikroorganismen, darunter möglicherweise Krankheitserreger, sehr schnell abtöten.
Pro Badegast müssen laut Umweltbundesamt außerdem mindestens 30 Liter Beckenwasser durch frisches Wasser ersetzt werden, damit die Hygiene im Becken gewahrt bleibt. Das verhindere, dass sich Stoffe anreichern, die die Aufbereitung nicht entfernen kann.
Rechtlich gilt Paragraf 37 Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes: Das Wasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch keine Schädigung der menschlichen Gesundheit zu besorgen ist. Die Gesundheitsämter sind verpflichtet, Becken und Aufbereitungsanlagen zu überwachen. Eine Schwimm- und Badewasserbeckenverordnung gibt es laut Umweltbundesamt nicht. Die Gesundheitsämter orientieren sich deshalb an der DIN-Norm zur Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser und an einer Empfehlung des Umweltbundesamts.
Diese DIN-Norm gilt laut Umweltbundesamt als zentrales Regelwerk für Aufbereitung und Hygiene von Schwimm- und Badebeckenwasser. Ihre vierte Fassung erschien im Juni 2023 und ersetzt die Version von Dezember 2012.
Eigene Einschätzung
Die Führung eignet sich für alle, die beim Schwimmen schon einmal gerätselt haben, was unter dem Beckenrand passiert. Mit nur wenigen Plätzen pro Termin sollten Interessierte früh buchen. Praktisch ist, dass sich der Rundgang mit einem Badbesuch verbinden lässt. Offen bleibt, ob der Rundgang auch für Kinder gedacht ist.


