Auf Krisen vorbereitet sein – Einladung zum praxisnahen Krisenscout-Training in Lindenberg

Lindenberg im Allgäu – Was passiert, wenn der Alltag aufgrund eines Stromausfalls, einer Unterbrechung der Wasserversorgung oder ähnlicher Umstände plötzlich ins Stocken gerät? Wer frühzeitig einfache Vorkehrungen trifft und mögliche Krisensituationen einmal durchdenkt, kann auch unter ungewohnten Bedingungen ruhig und handlungsfähig bleiben. Genau hier setzt die Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau (Bodensee) mit ihrem Angebot an: Sie verbindet mit dem Krisenscout-Training persönliche Vorbereitung mit Gesundheitskompetenz, Prävention und Resilienz und sensibilisiert dafür, dass Vorsorge auch Eigenverantwortung bedeutet.

Das ganztägige Krisenscout-Training findet am 5. Dezember 2026 in der Staatlichen Realschule Lindenberg statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen, insbesondere auch Familien mit Kindern, sind herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

„Unser Landkreis ist mit seinen Feuerwehren und Hilfsorganisationen gut aufgestellt. Genauso wichtig ist aber, dass wir selbst wissen, was wir tun können, wenn der Alltag einmal nicht wie gewohnt funktioniert. Jeder kann dazu etwas beitragen. Wer vorbereitet ist, den kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Um unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu unterstützen, freuen wir uns, dass wir ihnen mit dem Krisenscout-Training ein so umfassendes Angebot machen können“, betont Landrat Elmar Stegmann.

Das große Interesse an zwei Vorträgen in Weißensberg und Hergensweiler zeigte, dass das Thema Resilienz in Krisenzeiten die Menschen beschäftigt. Ein Stromausfall, eine Unterbrechung der Wasserversorgung oder eine andere außergewöhnliche Situation kann den gewohnten Alltag schnell verändern. Dann stellen sich ganz praktische Fragen: Was habe ich zu Hause? Wie komme ich einige Zeit ohne Einkauf zurecht? Was ist bei regelmäßig benötigten Medikamenten zu beachten? Wie kann ich mich informieren, wenn gewohnte Kommunikationswege ausfallen? Und wie gelingt es mir, auch in einer ungewohnten Situation Ruhe zu bewahren?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Gesundheitsregion plus Landkreis Lindau derzeit verstärkt im Rahmen ihrer Arbeit zu Gesundheitskompetenz und Prävention. Einen zusätzlichen fachlichen Hintergrund bringt Geschäftsstellenleiter Thomas Kaleja durch seine ehrenamtliche Tätigkeit im Technischen Hilfswerk mit und damit die Verbindung von gesundheitlicher Fachkompetenz und praktischer Erfahrung im Umgang mit außergewöhnlichen Situationen.

Veranstaltet wird das Krisenscout-Training von der Bayern-Allianz für Resilienz, die von den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk (MHW) gegründet wurde. Ziel der Allianz ist es, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber Krisen und Katastrophen durch kostenlose, praxisnahe Schulungsangebote zu stärken. Die Durchführung im Landkreis Lindau wird durch die Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau (Bodensee) vor Ort koordiniert und durch den Kreisfeuerwehrverband Lindau, das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt. Die Staatliche Realschule Lindenberg stellt hierfür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen entsteht ein abwechslungsreiches praktisches Angebot, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von unterschiedlichen fachlichen Erfahrungen profitieren und vieles selbst ausprobieren können.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Ängste zu erzeugen oder möglichst viele denkbare Krisenszenarien durchzuspielen. Im Mittelpunkt steht vielmehr ein einfacher Gedanke: Alles, worüber man sich vorher schon einmal Gedanken gemacht hat, hilft, wenn eine ungewohnte Situation tatsächlich eintritt. Wer sich beispielsweise bereits überlegt hat, welche Medikamente regelmäßig benötigt werden, welche Lebensmittel zu Hause vorhanden sind, wo wichtige Dokumente liegen oder wie Informationen auch bei technischen Ausfällen empfangen werden können, muss solche Fragen nicht erst unter Zeitdruck beantworten.

Vorbereitung schafft Handlungssicherheit

Fachliche Grundlage der vermittelten Vorsorgeempfehlungen sind die Informationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK. Dessen aktueller Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der individuellen Vorbereitung. Das BBK weist ausdrücklich darauf hin, dass die Empfehlungen Hilfestellungen und keine verbindlichen Vorgaben sind. Grundsätzlich empfiehlt es, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Gleichzeitig betont das BBK, dass bereits ein Vorrat für zumindest drei Tage hilfreich ist und schrittweise erweitert werden kann.

Der Landkreis verfügt mit seinen Feuerwehren und Hilfsorganisationen über entsprechende Strukturen. Gerade wenn diese Kräfte bei größeren Ereignissen mit ihren jeweiligen Aufgaben gefordert sind, kommt der persönlichen Vorbereitung der Bevölkerung jedoch eine besondere Bedeutung zu.

Die Gesundheitsregionplus greift daraus insbesondere die gesundheitlichen und präventiven Aspekte auf. Dazu gehören unter anderem Trinkwasser und Ernährung, regelmäßig benötigte Medikamente, Hygiene und Erste Hilfe. Ebenso wichtig ist die psychische Seite der Vorbereitung. Wer mögliche Situationen bereits einmal durchdacht hat und weiß, welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen, kann Unsicherheit reduzieren und die eigene Handlungsfähigkeit stärken. Es geht deshalb nicht darum, Verantwortung von öffentlichen Stellen auf die Bürgerinnen und Bürger zu verlagern. Vielmehr ergänzen sich funktionierende öffentliche Strukturen und persönliche Eigenvorsorge. Nicht jede Einschränkung des Alltags erfordert unmittelbar professionelle Hilfe. Wer sich und sein unmittelbares Umfeld zunächst selbst helfen kann, bleibt handlungsfähig und kann dazu beitragen, vorhandene Hilfe dort verfügbar zu halten, wo sie besonders benötigt wird.

Gesundheitskompetenz und Prävention zusammendenken

Der Ansatz passt auch zur Zielrichtung des Bayerischen Masterplans Prävention. Dieser versteht Prävention und Gesundheitsförderung sowohl als Gemeinschaftsaufgabe als auch als Aufgabe jedes Einzelnen. Zu seinen konkreten Zielen gehört unter anderem, das Gesundheitswissen zu verbessern und zu gesundem Verhalten zu motivieren sowie die psychische Gesundheit zu stärken und Menschen in Krisen zu unterstützen.

Für die Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau bedeutet dies, Menschen nicht nur Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern sie dabei zu unterstützen, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen. Gesundheitskompetenz bedeutet auch, Informationen beurteilen, Entscheidungen treffen und im richtigen Moment entsprechend handeln zu können.

Anmeldung zum Krisenscout-Training

Wer sich praktisch mit Themen wie Notgepäck, Trinkwasseraufbereitung, Erste Hilfe in Krisensituationen, Kommunikation bei Ausfall üblicher Informationswege und vielem mehr beschäftigen möchte, erhält mit dem geplanten Krisenscout-Training am Samstag, 5. Dezember 2026 von 8:45 Uhr bis 16:00 Uhr in der Staatlichen Realschule Lindenberg (Sonnenhalde 55, 88161 Lindenberg) eine weitere Möglichkeit dazu. Das Training sowie die Verpflegung während der praktischen Schulung sind kostenlos. Wetterfeste Kleidung ist erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Die Anmeldung erfolgt bitte vorab über: www.asb-bayern.de/krisenscout. Dort steht auch der Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ sowie die dazugehörigen Checklisten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe kostenlos zum Download bereit.

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