Regen – Wie lassen sich Tourismus, Mobilität und regionale Wertschöpfung zukunftsfähig gestalten? Mit dieser Frage reiste eine Delegation des Landkreises Regen nach Südtirol, um Anregungen für das Arberland zu sammeln. Das teilte das Landratsamt Regen mit. Auslöser war laut Mitteilung die Idee, über die Region hinauszublicken. Sie entstand bei den regelmäßigen Gesprächen von Landrat Dr. Ronny Raith mit den Touristikern, Hoteliers und Gastronomen im Landkreis. Besprochen wurden vor allem Beispiele aus der Praxis rund um Destinationsmanagement, Tourismusentwicklung, Mobilität und Innovation. Die Gruppe wollte sich austauschen und Anregungen für die Entwicklung des Arberlands mitnehmen.
Den Anfang machte der Besuch der Delegation bei der IDM Südtirol, der zentralen Einrichtung für Entwicklung und Marketing. Thomas Plank, Destinationsmanager, gab Einblicke in die touristische Entwicklung der Region sowie in die Marke Südtirol und das Nachhaltigkeitsprogramm. Er stellte außerdem aktuelle strategische Schwerpunkte und die Zusammenarbeit bei der touristischen Positionierung vor.
Am zweiten Tag ging es nach Brixen. Bei Brixen Tourismus erklärte Geschäftsführer Werner Zanotti, wie sich die Destination entwickelt hat und wie sie mit regionalen Partnern kooperiert. Ein weiteres Thema war der Südtirol Guest Pass. Sophia Oberjakober, Geschäftsführerin des Mobilitätskonsortium Südtirol, schilderte Entstehung und Weiterentwicklung und nannte die Vorteile für Gäste, Beherbergungsbetriebe und Tourismusdestinationen. Im Mittelpunkt stand vor allem, wie sich Tourismusangebote und Mobilität verknüpfen lassen und was gemeinsame Lösungen bringen.
Danach besichtigte die Gruppe das Hotel My Arbor oberhalb von Brixen. Laut Mitteilung führt das Haus Architektur, Naturerlebnis und hochwertige Wellnessangebote in einem eigenen touristischen Konzept zusammen. Der Besuch gab Einblick in neuartige Ansätze, mit denen besondere Gästeerlebnisse entstehen und die regionale Wertschöpfung gestärkt wird.
Am letzten Tag stand das Thema Innovation auf dem Programm. Eine geführte Tour durch den NOI Techpark in Bozen machte die Teilnehmer mit dem Innovationsökosystem vertraut, vor allem mit den Schnittstellen zwischen Forschung, Unternehmen und Innovation. Die Verbindung von Tourismus und Innovation stand zudem im Mittelpunkt der Stabsstelle Innovation des Hotelier- und Gastwirteverbandes (HGV).
Die Reise habe vielfältige Einblicke in Ansätze der Regional- und Tourismusentwicklung geboten. Die Beispiele machten laut Mitteilung deutlich, dass strategische Zusammenarbeit, neue Konzepte und vernetzte Akteure für die Entwicklung einer Region entscheidend seien. Landrat Raith sagte dazu: „Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen können als Grundlage dienen, um neue Ideen für die zukünftige Entwicklung des Landkreises Regen und des Arberlands zu prüfen“.
Hintergrund
Der Südtirol Guest Pass ist eine Gästekarte. Laut Bahn-Website ist er in fast allen Unterkünften der Dolomitenregion Seiser Alm im Zimmerpreis enthalten. Während des gesamten Aufenthalts können Gäste mit der Karte sämtliche Busse und Bahnen Südtirols so oft nutzen, wie sie möchten.
Für die Region Bozen und Umgebung nennt die Bahn zusätzlich, dass der Pass je nach Urlaubsort weitere Erlebnisse und Ermäßigungen einschließt. Nach Angaben der Bahn besteht außerdem die Möglichkeit, eine Mobilcard zu kaufen, mit der man im gesamten Gebiet Südtirols unterwegs sein kann.
Wie Tourismus und Nahverkehr ineinandergreifen, schildert die Bahn ebenfalls: Gäste gelangen mit der Seilbahn zu höher gelegenen Ortschaften oder auf die Berge, während sich Täler, kleinere Orte und beliebte Ausflugsziele problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln ansteuern ließen. Bus- und Bahnfahrpläne seien aufeinander abgestimmt. Mit der Südtirol Guide App lassen sich Verbindungen, Haltestellen, Fußwege, Verzögerungen und Verkehrsmeldungen abrufen.
Eigene Einschätzung
Die Mitteilung bleibt bei den besuchten Stationen und sagt nicht, welche Ideen das Arberland konkret übernehmen könnte. Interessant ist der Ansatz, Gästekarte und Nahverkehr zu verknüpfen. Ob sich so etwas im Landkreis Regen umsetzen ließe, hängt von Partnern und Betrieben vor Ort ab. Spannend wird, ob aus der Reise ein konkreter Vorschlag entsteht.


