München – Pius Graf aus Vogtareuth im Landkreis Rosenheim ist vom Bezirk Oberbayern mit der Bezirksmedaille ausgezeichnet worden. Der Bezirk würdigt damit sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt, wie der Bezirk Oberbayern mitteilte.
Die Bezirksmedaille vergibt der Bezirk jedes Jahr an Menschen, die sich ganz besonders im Ehrenamt für Oberbayern eingesetzt haben. Gewürdigt werden Menschen, die seit vielen Jahren Zeit, Erfahrung, Ideen und Kraft für andere einsetzen. Der Bezirk betont, Ehrenamt stärke nicht nur einzelne Menschen, sondern auch Gemeinden, Vereine und soziale Einrichtungen, Heimat, Kultur, Natur und die Demokratie. Es bringe zudem Menschen zusammen, die nicht in allem einer Meinung seien.
Das Wirken von Pius Graf
Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger hielt die Laudatio. Er sagte, Graf halte schon sehr lange die Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt wach. Seit über 30 Jahren setze er sich für die Veteranen- und Kriegervereine ein, im Landkreis Rosenheim ebenso wie weit darüber hinaus.
Heute steht Graf als Erster Obmann an der Spitze der Interessengemeinschaft der Veteranenvereine des Landkreises Rosenheim und spricht damit für rund 85 Vereine, denen mehr als 10.000 Mitglieder angehören. Nach Worten des Präsidenten bringt er Menschen zusammen, fördert den Austausch und achtet auf eine verantwortungsvolle Weitergabe der Tradition.
Sichtbar werde sein Einsatz vor allem bei der jährlichen Gedenkfeier auf der Kampenwand, die heuer seit 75 Jahren stattfindet. Zusammen mit vielen Mitwirkenden gebe Graf dort dem Gedenken an Gefallene und Vermisste einen würdigen Rahmen. Laut Schwarzenberger gehe es um etwas anderes als Kriegsverherrlichung: „Dabei geht es nicht um die Verherrlichung des Krieges, sondern darum, seine Folgen zu verdeutlichen.“
Eng verbunden ist Grafs Wirken laut Laudatio mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dort engagiert er sich seit vielen Jahren im Bezirksverband Oberbayern und tritt dafür ein, Soldatenfriedhöfe als Orte des Erinnerns und der Versöhnung zu bewahren. Dank seines großen organisatorischen Geschicks habe er zahlreiche Gedenk- und Sonderzugreisen zu deutschen Soldatenfriedhöfen in Deutschland und in zahlreichen Ländern Europas vorbereitet und begleitet. Hunderte Menschen nähmen regelmäßig daran teil.
Diese Begegnungen machten Geschichte erfahrbar und zeigten, welches Leid Krieg über Menschen und Familien bringe, unabhängig von Nationalität oder Herkunft. Zugleich förderten sie das Bewusstsein für Frieden und Verständigung über Grenzen hinweg. Graf habe unzählige Stunden seiner Freizeit investiert, so der Bezirkstagspräsident.


