Haselbach: Pfarrkirche St. Jakobus und Totentanzkapelle im Porträt

Haselbach – Wer Haselbach kulturgeschichtlich erkunden will, findet im Ortskern zwei Stationen dicht beieinander: die Pfarrkirche St. Jakobus und die Totentanzkapelle. Beide stellte die Gemeinde Haselbach in ihrer Reihe „Kultur & Geschichte“ vor, wie sie mitteilte. Die Reihe umfasst insgesamt 13 Stationen, darunter die Kapellen Dürrmaul, Pfarrholz, Thurasdorf, Einstück, Oberwiesing und Höllgrub, den Friedhof, das Kriegerdenkmal, den historischen Friedhof, den Flossenbürg-Gedenkstein und den Gedenkstein zum Flugzeugabsturz.

Die Pfarrkirche gilt der Gemeinde als fester Bestandteil des Ortsbildes und als wichtiger Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Der Innenraum ist spätbarock gestaltet. Er hat einen kunstvollen Hochaltar, zwei Seitenaltäre, eine historische Kanzel und Deckenmalereien. Der historische Friedhof mit vielfältigen Grabmälern und die benachbarte Totentanzkapelle ergänzen das Kirchenensemble.

Die Totentanzkapelle zählt die Gemeinde zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ortes. Das Bauwerk stammt aus dem 17. Jahrhundert und ziert sogar das Gemeindewappen. Ihren Namen verdankt sie Wandmalereien, in denen der Tod den Menschen stets begleitet. Diese orientieren sich an den „Bildern des Todes“ von Hans Holbein dem Jüngeren.

Ursprünglich war die Kapelle als Gotteshaus für die Erzengel Michael, Gabriel und Rafael gedacht. Daran erinnern Deckenmalereien mit biblischen Engelszenen. Die Fresken wurden 1912 wiederentdeckt und anschließend restauriert.

Hintergrund

Der Totentanz ist laut Wikipedia eine im 14. Jahrhundert aufgekommene Darstellung des Einflusses und der Macht des Todes auf das Leben der Menschen. Häufig sind es allegorische Szenen mit mehreren Figuren, bei denen der Tanz und der Tod in der Regel zusammen auftreten.

Nach Angaben von Wikipedia ging es Holbein darum, vor Augen zu führen, dass der Tod weder vor einem bestimmten Lebensalter noch vor einer gesellschaftlichen Schicht haltmacht. Die Gemeinde Haselbach schreibt auf ihrer Website, der unbekannte Künstler des Haselbacher Totentanzes habe die „Bilder des Todes“ von 1538 zugrunde gelegt. Weil Holbeins Bilder nur Überschriften hatten, übernahm der Haselbacher Künstler Texte aus dem „Todten-Danz“ von Kaspar Scheit und kürzte deren sechszeilige Verse auf Vierzeiler.

Wegen der räumlichen Verhältnisse der kleinen Kapelle musste sich der Künstler auf eine Auswahl von 20 Bildern beschränken. Die Kapelle wollte Balthasar Regler bauen, der von 1667 bis 1673 Pfarrvikar in Haselbach war. Pfarrer Josef Oberschmid entdeckte 1912 die übertünchten Fresken und ließ sie restaurieren, so die Gemeinde.

Eigene Einschätzung

Die Mitteilung liest sich wie ein Wegweiser für Spaziergänger, und als solcher taugt sie. Schade ist, dass Besuchszeiten und Hinweise zur Zugänglichkeit fehlen. Wer die Kapelle sehen will, sollte sich vorab bei der Gemeinde erkundigen. Der Totentanz bleibt ein Motiv, das in einer Dorfkapelle überrascht und gerade deshalb einen Besuch lohnt.

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