Neufahrn: Gewölbekeller im Mesnerhaus nach Sanierung eröffnet

Neufahrn bei Freising – Die Sanierung des Mesnerhauses in Neufahrn ist abgeschlossen: Am 16. Oktober 2026 wurde der vollständig renovierte Gewölbekeller feierlich eröffnet. Damit ist das denkmalgeschützte Gebäude nun auch im Untergeschoss fertiggestellt. Die Gemeinde kann den Raum künftig für kleinere Veranstaltungen und Begegnungen nutzen, wie die Gemeinde Neufahrn bei Freising mitteilte.

Bei der Eröffnung erklärte Erster Bürgermeister Ozan Iyibas: „Wir haben hier Geschichte nicht nur bewahrt. Wir haben sie neu interpretiert und ihr eine Zukunft gegeben“. Das Mesnerhaus sei nicht bloß ein erfolgreiches Bauvorhaben, sondern ein Symbol für Neufahrns Geschichte, in dem sich zugleich Bildung, Kultur und Begegnung verbinden ließen.

Vom Brand zur Wiedereröffnung

Das Mesnerhaus ist in Neufahrn das einzige weltliche Gebäude unter Denkmalschutz. Die Anfänge des Hauses liegen im 16. Jahrhundert, möglicherweise noch früher. Schon um das Jahr 650 wurde der Platz als Begräbnisstätte genutzt, wie archäologische Funde zeigen. Später war das Haus unter anderem Kapelle, Schulhaus und Wohnstätte.

Im September 2015 beschädigte ein Dachstuhlbrand das Gebäude schwer. Die Gemeinde setzte sich danach für den Erhalt und eine weitere Nutzung ein. Die umfassende Sanierung startete Ende 2020 und war 2023 bis auf den Gewölbekeller beendet. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss werden seit Herbst 2023 genutzt. Das Haus wurde barrierefrei gestaltet, das Obergeschoss erreicht man mit einem Aufzug.

Der Münchner Architekt Armin Peschmann von TalArchitekten übernahm ab 2022 Planung und Umsetzung, aufbauend auf den Vorarbeiten des Architekturbüros Fiedler, und arbeitete dabei eng mit dem Bauamt der Gemeinde zusammen. Das Projekt nahm 2023 am Tag des offenen Denkmals teil und 2025 an der Veranstaltung „Bauen im Bestand“ der Bayerischen Architektenkammer.

Genutzt wird das Haus von der Volkshochschule und der Musikschule Neufahrn-Hallbergmoos an ausgewählten Wochentagen für Bildungsangebote. Das Kulturreferat der Gemeinde richtet dort Konzerte, Vorträge und andere Kulturtermine aus, außerdem nutzt der Heimat- und Geschichtsverein das Haus. Im Veranstaltungsraum im ersten Obergeschoss können an bestimmten Samstagen Eheschließungen stattfinden. Für kleinere Veranstaltungen können die Nutzer künftig auch den Gewölbekeller verwenden, der das Raumangebot um einen historisch geprägten Ort erweitert.

Iyibas dankte in seiner Rede dem Heimat- und Geschichtsverein und den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für das Haus starkgemacht hatten. Er hob außerdem die Arbeit von Gemeindeverwaltung, Bauamt, Fachplanern, Handwerksbetrieben und Denkmalschutzbehörden hervor. Nach seinen Worten sollen die historischen Räume nicht allein angeschaut werden, sondern lebendig sein, etwa mit Musik, Gesprächen, Veranstaltungen und Begegnungen. Die Geigerin Paula Nißl begleitete die Feier musikalisch. Architekt Peschmann übergab Iyibas einen historischen Schlüssel, der bei Erdarbeiten während der Sanierung gefunden worden war.

Hintergrund

Das Mesnerhaus ist als ehemalige Leonhardskapelle und Mesnerhaus in der Denkmalliste geführt. Laut der Wikipedia-Liste der Baudenkmäler stammt der Keller des ehemaligen Karners aus dem 16. Jahrhundert. Um 1700 wurde das Gebäude aufgestockt, 1803 zum Schulhaus umgebaut und 1857 um eine Achse nach Süden verlängert.

Der Dachstuhl und das oberste Stockwerk wurden beim Brand im September 2015 fast vollständig zerstört. Ende 2020 sei mit den Arbeiten am einzigen weltlichen Baudenkmal in Neufahrn begonnen worden, so die Auskunft der Gemeinde im Jahr 2023. Zur Eröffnung im September 2023 wurde das Haus als „Haus für Bildung, Kultur und Begegnung“ designiert. Für Trauungen hatte der Gemeinderat im Frühjahr 2023 den Veranstaltungsraum im ersten Obergeschoss gewidmet.

Eigene Einschätzung

Dass die Gemeinde nach dem Brand an dem Haus festgehalten hat, zahlt sich im Ortsbild und im Veranstaltungsangebot aus. Der Gewölbekeller kann reizvoll werden, weil er sich deutlich von den übrigen Räumen unterscheidet. Offen bleibt, wie groß der Raum ist, wer ihn buchen darf und zu welchen Bedingungen. Dazu schweigt die Mitteilung.

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