Eichstätt: Rathaus bleibt nach Cyberangriff bis Ende kommender Woche im Notbetrieb

Eichstätt – Wer in Eichstätt etwas von der Stadtverwaltung braucht, muss sich weiter auf eingeschränkte Abläufe einstellen. Der Notbetrieb im Rathaus dauert nach dem kriminellen Cyberangriff voraussichtlich noch bis Ende kommender Woche (30. Oktober), teilte die Stadt Eichstätt mit. Die ersten Server sind inzwischen wiederhergestellt.

Die Stadtverwaltung fährt ihre Systeme gemeinsam mit einer externen Fachfirma für Cyber-Sicherheit Schritt für Schritt wieder hoch. Die Täter haben unter anderem die Server verschlüsselt und der Stadt damit den Zugang zu ihren eigenen Systemen versperrt. Auf eine Freigabe durch die Täter ist die Verwaltung aber nicht angewiesen: Sie legt regelmäßig Sicherungskopien des jeweils aktuellen Arbeitsstandes an und bewahrt sie auf Servern an verschiedenen Orten in Deutschland auf.

Warum der Wiederaufbau dauert

Die jüngste Sicherungskopie ist entstanden, als sich die Täter bereits Zugang zum System verschafft hatten. Deshalb haben Verwaltung und Fachfirma sie in den vergangenen Tagen detailliert durchgearbeitet und auf Auffälligkeiten geprüft. Jede dieser Auffälligkeiten muss das Team nun einzeln auf Unbedenklichkeit untersuchen.

Ein Server kann erst wiederhergestellt werden, wenn sicher ist, dass sich seine Sicherungskopie für den Wiederaufbau eignet und nichts auf Schadsoftware darin hindeutet. Danach wird der Server zurückgesetzt und die Kopie aufgespielt. Da die Stadt nicht nur einen, sondern zahlreiche Server betreibt, muss jeder einzelne so behandelt werden.

Anfang kommender Woche muss das Team voraussichtlich zusätzlich jedes Gerät, etwa alle Laptops, einzeln darauf prüfen, ob noch Schadsoftware der Täter darauf liegt. Erst danach können die Geräte perspektivisch wieder mit den Servern verbunden werden. Die Verwaltung arbeitet nach dem Grundsatz Sicherheit vor Geschwindigkeit.

Was im Notbetrieb derzeit möglich ist, erklärt die Stadt ausführlich auf ihrer Internetseite. Sie informiert weiter über Homepage, Presse und soziale Medien und will vor allem über die Wiederherstellung der Erreichbarkeit schnellstmöglich berichten. Die Stadtverwaltung entschuldigt sich für die entstehenden Einschränkungen.

Auf einen Blick

  • Notbetrieb im Rathaus: voraussichtlich bis Ende kommender Woche (30. Oktober)
  • Die Notfall-Hotline ist unter (08421) 93770 erreichbar.
  • Hotline am Wochenende (24./25. Oktober): von 9 bis 13 Uhr ist sie für dringende Anfragen besetzt
  • Bis auf Weiteres ist die Hotline zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung besetzt: Montag bis Donnerstag von 8 bis 12:30 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr.
  • Info-Punkt im Rathaus: während der Öffnungszeiten bis auf Weiteres wieder verfügbar
  • FAQ zum Notbetrieb: www.eichstaett.de/cyberangriff/

Eigene Einschätzung

Dass die Stadt so genau erklärt, warum das Hochfahren dauert, hilft Bürgern, die Wartezeit nachzuvollziehen. Positiv ist auch, dass es Sicherungskopien gibt und die Hotline sogar am Wochenende besetzt ist. Offen bleibt, welche Anliegen im Notbetrieb liegen bleiben. Wer dringend etwas braucht, sollte erst die FAQ lesen und dann die Hotline anrufen.

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