München – Am Samstag, 31. Oktober, feiern evangelische Gemeinden in ganz Bayern den Reformationstag. Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) ist an diesem Tag zwischen Unterfranken und Oberbayern unterwegs, wie die ELKB mitteilte. Landesbischof Christian Kopp, die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe sowie Synodalpräsidentin Tanja Keller halten Gottesdienste an mehreren Orten. Alle Interessierten sind eingeladen mitzufeiern.
Die Kirche erinnert damit an Martin Luther. Seine 95 Thesen vor über 500 Jahren setzten nach Angaben der ELKB eine Entwicklung in Gang, deren Folgen Kirche und Gesellschaft bis heute prägen.
Die Gottesdienste in den Regionen
In Niederbayern predigt Synodalpräsidentin Tanja Keller um 19 Uhr in der Christuskirche Landshut. Ihr Blick gilt der Zukunft der Kirche; als Anregung dienen ihr der Mut Luthers und die berühmte Rede „I have a dream“ von Martin Luther King. Musikalisch gestalten Kirchenmusikdirektor Volker Gloßner (Orgel) und Timo Verbole (Saxophon).
In Oberbayern feiert Regionalbischof Klaus Stiegler aus dem Kirchenkreis Schwaben-Altbayern um 17 Uhr einen Festgottesdienst in der Apostelkirche in Miesbach. In München-Harlaching wird die Emmauskirche wiedereröffnet. Um 16 Uhr hält Regionalbischof Thomas Prieto Peral dort den Festgottesdienst.
In Unterfranken hält Landesbischof Christian Kopp um 19 Uhr einen Festgottesdienst in der Stadtkirche Kitzingen. Zudem ist Regionalbischöfin Gisela Bornowski aus dem Kirchenkreis Ansbach-Würzburg zweimal im Einsatz: um 10 Uhr in der Würzburger Kirche St. Stephan und um 18.30 Uhr in St. Michael, Volkach. Dort wird nach der Sanierung die Orgel wieder eingeweiht.
In Oberfranken predigt Regionalbischöfin Berthild Sachs um 19 Uhr beim zentralen Reformationsgottesdienst, und zwar in der Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit in Bayreuth. Am Vorabend, 30. Oktober, spricht dort ebenfalls um 19 Uhr Landesbischof a. D. Heinrich Bedford-Strohm zum Thema „Ökumene des Herzens – Christliches Zeugnis einer gespaltenen Welt“. In Mittelfranken predigt Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern aus dem Kirchenkreis Nürnberg um 19 Uhr im Reformationsgottesdienst des Dekanats Erlangen in der Neustädter Universitätskirche.
Auf einen Blick
- Samstag, 31. Oktober, ist Reformationstag.
- Landshut, Christuskirche: 19 Uhr, Synodalpräsidentin Tanja Keller
- Miesbach, Apostelkirche: 17 Uhr, Regionalbischof Klaus Stiegler
- München-Harlaching, Emmauskirche: 16 Uhr, Regionalbischof Thomas Prieto Peral
- Kitzingen, Stadtkirche: 19 Uhr, Landesbischof Christian Kopp
- Würzburg, St. Stephan: 10 Uhr, Regionalbischöfin Gisela Bornowski
- Volkach, St. Michael: 18.30 Uhr, Regionalbischöfin Gisela Bornowski
- Bayreuth, Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit: 19 Uhr, Regionalbischöfin Berthild Sachs; Vortrag von Heinrich Bedford-Strohm am 30. Oktober um 19 Uhr
- Erlangen, Neustädter Universitätskirche: 19 Uhr, Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern
Hintergrund
Der Reformationstag erinnert an den 31. Oktober 1517. Nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung beginnt mit diesem Datum die Reformationsgeschichte: Martin Luther habe 95 Thesen mit kritischen Fragen an die Ablasspraxis an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen. Die bpb merkt an, dass diese Szene wohl nie so stattgefunden hat, ihre Symbolkraft aber bis heute fortwirkt.
Laut Wikipedia schrieb Luther die Thesen in lateinischer Sprache und schickte sie in Briefen an mehrere Bischöfe. Er kritisierte den Ablasshandel und wollte eine akademische Disputation herbeiführen.
Bayern hat den Reformationstag im Jahr 2017 einmalig zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Innenminister Joachim Herrmann hatte das bereits am Reformationstag angekündigt, um das Reformationsjubiläum zu würdigen.
Eigene Einschätzung
Wer den Reformationstag nicht nur als Tag im Kalender sehen will, findet im Programm der Kirchenleitung viele Anlässe, besonders in den Gemeinden mit Orgelweihe oder Kirchenwiedereröffnung. Die Landshuter Predigt mit Saxophon verspricht einen Gottesdienst abseits des Gewohnten. Angaben zur Dauer der Gottesdienste nennt die Mitteilung leider nicht.


