München – Rathaus Umschau (Presseservice) – Mehrere öffentliche Grünflächen in München werden aufgewertet oder neu gebaut. Der Bauausschuss des Stadtrats hat das Baureferat (Gartenbau) damit beauftragt, wie die Stadt München in der Rathaus Umschau mitteilte. Im Einzelnen geht es um den Kronepark in der Au, die Grünanlage an der Bingener-/Triebstraße in Moosach und die Hofmann Höfe in Obersendling. Hinzu kommen fünf weitere Einzelmaßnahmen.
Kronepark in der Au
Die rund 1,9 Hektar große Grünfläche in der oberen Au soll einladender werden und zu den heutigen Ansprüchen an Freiräume passen, auch angesichts von mehr Einwohnern. Der Park wird umfassend saniert, dabei bleibt die historische Substanz erhalten. Zugleich entstehen inklusive Freiraumangebote. Das Konzept berücksichtigt die Natur vor Ort, die alten Bäume und die ursprüngliche Gestaltung des Parks.
Vorgesehen sind ein barrierefreier, gender- und inklusionsgerechter Kinderspielbereich, ein Aktivbereich für Sport in vielfältiger Form, ruhige Aufenthaltsflächen und eine neue Toilettenanlage. Außerdem werden Wege und Beleuchtung modernisiert. Für das Projekt wurden Kosten von 3,45 Millionen Euro genehmigt, die aus Kompensationszahlungen des Siedlungsprojekts an der Regerstraße bezahlt werden. Zu Beginn der Planung Anfang 2024 beteiligte das Baureferat in Abstimmung mit dem Bezirksausschuss eine Schulklasse und drei Kindertagesstätten. In die Planung ist der größte Teil dessen eingegangen, was sich die Kinder gewünscht hatten.
Grünanlage Bingener-/Triebstraße in Moosach
Die Anlage wird umgestaltet, um die Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen zu verbessern und der Spielflächenunterversorgung im Einzugsgebiet entgegenzuwirken. Für Kinder entstehen inklusive Spielbereiche mit Kletterangebot, verschiedenen Rutschen, Schaukeln, einer Seilbahn und einem Wasserspielbereich. Jugendliche bekommen eine Skateanlage und einen Parkourbereich mit rollstuhlgerechtem Trampolin. Tischtennisplatten ergänzen das Sportangebot.
In den Jugendspielbereichen wird für Beleuchtung gesorgt. Ein ringförmiger Erschließungsweg verbindet alle Nutzungsbereiche, im Nordosten entsteht ein neuer Zugang. Das Baureferat ergänzt den vorhandenen Baumbestand um 26 neue Bäume. Grundlage der Planung ist ein Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen. Das Projekt wird mit einem Budget von 3,7 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2029 abgeschlossen sein.
Hofmann Höfe in Obersendling
Ein Quartier mit 1.500 Wohnungen wird auf dem früheren Werksgelände der Siemens AG gebaut. Die Erschließungsträgerin muss die öffentlichen Grünflächen von rund 1,5 Hektar finanzieren und herstellen. Das Baureferat (Gartenbau) war eng in die Planung eingebunden. Im Zentrum liegt ein Quartiersplatz, der barrierefreie Angebote für Sport und Bewegung bietet, etwa eine Calisthenics-Anlage. Eine begrünte Pergola und flexible Flächen für Veranstaltungen und Sport kommen hinzu.
Für Kinder sind ein Wasserspielplatz, Kletter- und Schaukelmöglichkeiten und barrierefreie Spielgeräte vorgesehen, für Schulkinder ein Kletterseilgarten und ein Rollstuhlkarussell. Im Westen schließt eine naturnahe Fläche an das Siemenswäldchen an. Dort entstehen neue Wege, Aufenthaltsbereiche im Grünen sowie artenreiche Saum- und Biodiversitätsflächen. Rund 60 neue Bäume ergänzen den Bestand. Gebaut wird in mehreren Abschnitten nacheinander.
Weitere Projekte
Darüber hinaus gab der Stadtrat Geld frei für mehrere Vorhaben: die neu zu errichtende Grünfläche „An der Seidlbreite“, die Gestaltung der ÖG4 – Westteil in Neufreimann, den Erstausbau von Jugend-, Sport- und Freizeitangeboten im Freihamer Park, eine neue Grünanlage samt Spielplatz an der Stolzhofstraße sowie eine Biotopvernetzungszone im Kirschgelände.
Auf einen Blick
- Kronepark: Baubeginn mit vorbereitenden Maßnahmen wie Baumschutz und Toilettenanlage im Frühjahr 2028 geplant
- Kronepark: genehmigte Projektkosten 3,45 Millionen Euro
- Bingener-/Triebstraße: Budget 3,7 Millionen Euro, Bauende bis Ende 2029 geplant
- Grundlage: Stadtratsbeschlüsse vom 27. Oktober 2026 (so steht es in den Sitzungsvorlagen Nr. 26-32 / V 01047, Nr. 26-32 / V 01222 und Nr. 26-32 / V 00674)
Hintergrund
Der Kronepark liegt nach Angaben der Wikipedia zwischen Nockherberg und Schmedererweg im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Angelegt wurde er 1870 von Carl von Effner, damals gehörte das Grundstück der Brauerei-Familie Schmederer.
1932 verkauften Nachkommen der Familie den Besitz an Carl Krone. 1943 zerstörten Bomben die Schmederer-Villa. Mitte der 1950er Jahre erwarb die Stadt München das Areal von der Familie Krone.
1955 wurde der Park Landschaftsschutzgebiet, was den Bau von 200 Wohneinheiten verhinderte. Seit 1958 dient er als städtische Erholungs- und Freizeitanlage.
Eigene Einschätzung
Dass Kinder und Jugendliche vorab beteiligt wurden, ist sinnvoll. Offen bleibt, wie sich die Arbeiten in den Parks während der Bauzeit auf die Nutzung auswirken. Dazu macht die Mitteilung keine Angaben.


