Passau – Wie sollen Medien mit Polarisierung, künstlicher Intelligenz und Falschmeldungen umgehen? Darüber spricht Roman Deininger, stellvertretender Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, am 22. Oktober um 16 Uhr an der Universität Passau. Das teilte die Universität Passau mit. Eingeladen sind Interessierte sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien. Der Vortrag trägt den Titel „AfD und Trump, KI und Fake News: Rolle und Verantwortung der Medien in einer polarisierten Gesellschaft“.
Der Gastvortrag findet im Rahmen der Vorlesung „Einführung in die Kommunikationswissenschaft“ statt. Danach folgt eine Podiumsdiskussion, die Philip Dietrich moderiert. Auf dem Podium sitzen Deininger und der Lehrstuhlinhaber für Kommunikationswissenschaft, Prof. Dr. Ralf Hohlfeld. Sie wollen dabei die Fragen der Verantwortung des politischen Journalismus vertiefen.
Laut Hohlfeld ist man „sehr gespannt auf den Vortrag von Roman Deininger zu diesem aktuellen und relevanten Thema, das die Studierenden ihr gesamtes Studium lang begleiten wird“. Er erklärte außerdem, der Journalismus werde künftig eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung und Bekämpfung von gesellschaftlicher Desinformation spielen. Deshalb freue man sich über zunehmende Kooperationen zwischen Medien und Wissenschaft.
Zum Gast: Der 1978 in Ingolstadt geborene Deininger hat Politik und Theater an den Universitäten dreier Städte studiert, darunter in München und Wien. Seit 19 Jahren ist er Mitglied der SZ-Redaktion. Zu seinen Stationen zählen Korrespondentenposten in Nürnberg und Stuttgart; außerdem arbeitete er als politischer Reporter und als Chefreporter. Seit 1. April gehört er als stellvertretender Chefredakteur zum Führungsteam der Zeitung.
Auf einen Blick
- Wann: 22.10.2026, 16:00 – 18:00 Uhr
- Wo: Audimax (AM), HS 9 (Innstraße 31)
Hintergrund
Was mit Desinformation gemeint ist, erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Website. Desinformation liegt demnach dann vor, wenn unwahre oder irreführende Angaben absichtlich in Umlauf gebracht werden, mit dem Ziel, Menschen zu hintergehen und zu beeinflussen. Entstehen sie ohne Täuschungsabsicht, etwa durch mangelnde Recherche oder Missverständnisse, spricht das BSI lediglich von Fehlinformationen.
In den Sozialen Medien kann sich Desinformation laut BSI besonders schnell verbreiten, weil deren Funktionsweise auf dem Teilen von Beiträgen beruht. Als typische Werkzeuge nennt das BSI Fake Accounts sowie Computerprogramme oder künstlich erzeugte Accounts, die menschliches Verhalten imitieren und Desinformation verbreiten können. Außerdem werde es mit der Weiterentwicklung der Technologie immer schwieriger, täuschend echte Fälschungen, sogenannte Deepfakes, mit bloßem Auge zu erkennen.
Wie wenig bei möglicherweise KI-generierten Inhalten genauer hingeschaut wird, zeigt eine Befragung des BSI: Lediglich 19 Prozent der Befragten sind bei einem Bild oder Video bereits einmal der Frage nachgegangen, woher es stammt.
Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt in einem Beitrag, dass Medienwandel durch Digitalisierung, Algorithmen und Künstliche Intelligenz die Medienrealität in Richtung Polarisierung verändert, aber auch Fake News und Desinformation mit sich bringt. Nutzer sozialer Medien bewegen sich dort oft in Meinungsblasen, nehmen nur selbstbestätigende Informationen auf und sind empfänglich für Fake News.
Eigene Einschätzung
Der Abend verspricht mehr als einen Frontalvortrag, weil die Podiumsdiskussion Praxis und Forschung zusammenbringt. Interessant wird, ob die Verantwortung des politischen Journalismus konkret besprochen wird oder bei Grundsatzfragen bleibt. Die Mitteilung nennt keine Anmeldung, wer kommen möchte, sollte sich deshalb vorab bei der Universität informieren.


