Feldkirchen-Westerham: Pilotprojekt für Wohnraum in Baulücken

Feldkirchen-Westerham – Eigentümer von Grundstücken im Ortsteil Feldkirchen bekommen in den kommenden Monaten Post von der Bauverwaltung. Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham will damit herausfinden, wo sich Wohnraum innerhalb der bestehenden Ortslage schaffen lässt, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Das teilte die Gemeinde mit.

Was die Gemeinde plant

Der Gemeinderat hat ein Pilotprojekt freigegeben. Die Gemeindeverwaltung hat zuvor Baulücken und mögliche Nachverdichtungsflächen in Feldkirchen erfasst und ausgewertet. Ergebnis der Analyse: Innerhalb der bestehenden Ortslage gibt es einige weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Eigentümerinnen und Eigentümer dieser Grundstücke schreibt die Bauverwaltung an und informiert sie über mögliche Perspektiven. Wer Interesse hat, kann sich kostenfrei von der Bauverwaltung beraten lassen. Gemeinsam sollen dann mögliche Chancen ausgelotet werden. Die Gemeinde betont, dass der Ansatz ausschließlich beratend und freiwillig ist. Zu einer Bebauung oder Nachverdichtung ist niemand verpflichtet.

Hintergrund: „Innen vor Außen“

An vielen Orten fehlt es an Wohnraum, während die freien Flächen außerhalb der bestehenden Ortslagen begrenzt sind und nach Möglichkeit geschont werden sollen. Aus diesem Grund setzen der Bund, der Freistaat Bayern und die Landesplanung seit Jahren auf den Grundsatz „Innen vor Außen“. Vorhandene Potenziale in bestehenden Siedlungen sollen besser genutzt werden, bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden.

Was die Gemeinde lernen will

Das Projekt soll nicht nur einzelne Möglichkeiten sichtbar machen, sondern Erkenntnisse für die künftige Ortsentwicklung liefern. Die Gemeinde fragt unter anderem:

  • Wie viel Entwicklungspotenzial gibt es wirklich?
  • Bei wem gibt es überhaupt Interesse, das eigene Grundstück weiterzuentwickeln?
  • Welche Hürden und Hemmnisse zeigen sich?
  • Was bedeutet das für eine dauerhaft nachhaltige Siedlungsentwicklung?

Die Erfahrungen werden zunächst ausgewertet und anschließend im Gemeinderat präsentiert. Danach kann der Gemeinderat entscheiden, ob das Konzept auch auf weitere Ortsteile übertragen wird.

Aus Sicht der Verwaltung ist das Projekt ein wichtiger Baustein für eine verantwortungsvolle Gemeindeentwicklung. Sie will die künftige Siedlungsentwicklung aktiv steuern und vorhandene Potenziale innerhalb der Ortslagen früh in die Planungen einbeziehen. Für den Bürgermeister und den Gemeinderat bietet das Vorhaben die Gelegenheit, Wohnraum, Flächenschutz und gewachsene Ortsstrukturen zusammenzubringen. Es soll zeigen, wie sich nachhaltige Ortsentwicklung gemeinsam mit den Eigentümern gestalten lässt.

Auf einen Blick

  • Ort: Ortsteil Feldkirchen
  • Zeitraum: In den kommenden Monaten werden die Anschreiben verschickt
  • Ansprechpartner: Bauverwaltung der Gemeinde
  • Kosten: Die Beratung ist kostenfrei

Eigene Einschätzung

Der freiwillige Weg ist klug gewählt, denn niemand wird zum Bauen gedrängt, und das dürfte Vorbehalte senken. Offen bleibt, wie viele Eigentümer tatsächlich mitmachen und was geschieht, wenn das Interesse gering ausfällt. Auch einen genauen Zeitplan nennt die Mitteilung nicht. Betroffene sollten das Anschreiben in Ruhe prüfen und das Beratungsangebot nutzen.

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