München: Kardinal Marx spendet 22 Erwachsenen in St. Michael drei Sakramente

München – In der Münchner Kirche St. Michael hat Kardinal Reinhard Marx am Sonntagnachmittag, 25. Oktober, 22 Erwachsene getauft, gefirmt und zur Eucharistie geführt. Wie das Erzbistum München und Freising mitteilte, waren es zehn Frauen und zwölf Männer, die zwischen 17 und 60 Jahre alt sind. Den Gottesdienst nutzte der Erzbischof von München und Freising auch für eine grundsätzliche Aussage zur Rolle der Kirche.

Nach Marx’ Ansicht gehört die Katholische Kirche zu den wenigen weltweiten Kräften, die weiterhin für Menschenrechte und Multilateralismus eintreten. Er sagte: „Die Kirche setzt sich unermüdlich für die universale Menschheit und die Würde des Menschen ein“. Die Getauften träten in eine Gemeinschaft ein, die universal sei und keine Grenzen kenne. Christen kennten nur noch Brüder und Schwestern, die ihnen auf gleicher Augenhöhe begegneten.

Der Kardinal sagte, mit Jesus von Nazareth gehe die Finsternis vorbei. Er sei fest überzeugt, dass Europa seine wichtigste Aufklärung erlebt habe, als Paulus von Kleinasien nach Europa übersetzte. Damit sei wirkliches Licht in die Welt gekommen, kein egoistisches Sich-Selbst-Bespiegeln und kein bloßes Schauen auf die eigenen Vorteile. Gemeinsam seien alle Christinnen und Christen auf dem Weg und könnten den Menschen viel geben.

Mit Blick auf die Erwachsenen sagte Marx, er freue sich, dass so viele Menschen sich auf den Weg machten und erkennten, dass der neue Bund einer Familie gleiche. In den drei Sakramenten zeige sich, dass das Reich Gottes angebrochen sei. Dieser Bund gehe viel tiefer als ein bloßer Vertrag und werde in den Herzen geschlossen.

Die Frauen und Männer wurden in den vergangenen Monaten von der Glaubensorientierung der Erzdiözese in St. Michael auf den Empfang der Sakramente vorbereitet. Man führte sie in die kirchliche Gemeinschaft ein und machte sie mit der Bibel und dem Ablauf der Messe vertraut. In Gesprächen, in der Gruppe wie einzeln, beschäftigten sie sich mit dem christlichen Glauben und dachten über ihren eigenen Glaubensweg nach. Für den Kurs meldeten sich mehr als doppelt so viele Interessierte an wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Auf einen Blick

  • Termin: Sonntagnachmittag, 25. Oktober 2026
  • Ort: St. Michael in München
  • Teilnehmende: 22 Erwachsene, zehn Frauen und zwölf Männer, zwischen 17 und 60 Jahre

Hintergrund

Wer als Erwachsener katholisch werden möchte, durchläuft nach Angaben des Erzbistums auf seiner Website eine Vorbereitung, das Katechumenat. Den Höhepunkt bildet eine festliche Messe, bei der die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Erstkommunion empfangen werden.

Am Anfang steht laut Erzbistum stets ein persönliches Gespräch über den bisherigen Weg und die Details der Vorbereitung. Dafür ist die Glaubensorientierung zuständig. Regelmäßig veranstaltet sie Kurse, die auf die Aufnahme in die katholische Kirche vorbereiten.

Nach Angaben des Erzbistums können auch bereits getaufte Erwachsene teilnehmen, wenn sie ihren christlichen Glauben auffrischen und vertiefen möchten. Wer noch unsicher ist, kann nach Angaben des Erzbistums trotzdem das Gespräch suchen.

Eigene Einschätzung

Die Predigt war deutlich politischer, als es ein Tauffest erwarten lässt. Offen bleibt, woran Marx seine Einschätzung zur Rolle der Kirche weltweit festmacht. Interessant ist die Nachfrage nach dem Kurs. Wie es zu dem Anstieg kam, erklärt die Mitteilung nicht.

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