Rosenheim: Lokschuppen-Vorplatz und Mühlbach-Ufer fertiggestellt

Rosenheim – Der Vorplatz des Lokschuppens in Rosenheim und die Grünflächen am Mühlbach sind fertig. Das teilte die Stadt Rosenheim mit. Mit der Neugestaltung soll die Ortsgeschichte zusammen mit mehr Grün, Wasser und neuen Aufenthaltsmöglichkeiten erlebbar werden.

Drehscheibe als Wasserspiel

Den Mittelpunkt des Vorplatzes bildet eine Drehscheibe mit strahlenförmigen Gleisstrukturen, die an die Eisenbahngeschichte des Areals erinnern. Sie ist als Wasserfontänenfeld angelegt, umgeben von Grünflächen und Sitzgelegenheiten. Schatten spenden 16 mehrstämmige Eisenholzbäume. Am Eingang zum Lokschuppen steht eine Sitzbank, die wie eine Lore geformt ist. An der Rathausstraße kommen sieben neu gepflanzte Linden zum vorhandenen Baumbestand hinzu. Außerdem gibt es einen Trinkbrunnen und zusätzliche Fahrradabstellplätze.

Am Mühlbach ist ein neuer Aufenthaltsbereich entstanden. Über Sitztreppen gelangt man direkt an den Bach, der so besser zugänglich wird. Auch die Wege vom Lokschuppen bis zur Kufsteiner Straße sind barrierefrei gestaltet. Die Grünflächen werden um drei Erlen und zwei Ahorne ergänzt, und für die erneuerte Ufersicherung kamen Weidenstecklinge zum Einsatz.

Beim Wasser setzt die Planung auf Sparsamkeit: Eine unterirdische Zisterne sammelt Regenwasser vom Platz und liefert es für die Bewässerung der Grünflächen. Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit, damit nur bei Bedarf gegossen wird.

Kosten und Förderung

Die Neugestaltung des Lokschuppenumfelds kostet rund 3,1 Millionen Euro und wird durch die Städtebauförderung unterstützt. Innerhalb des Bayerischen Städtebauförderungsprogramms – Sonderfonds „Innenstädte beleben“ hat der Freistaat Bayern Fördermittel bei einem Fördersatz von 80 Prozent für die zuwendungsfähigen Ausgaben in Aussicht gestellt. Die Zuwendungen werden voraussichtlich rund 2,4 Millionen Euro betragen. Ziel des Programms ist es, Innenstädte im Freistaat zu stärken und lebendiger zu machen.

Oberbürgermeister Abuzar Erdogan sagte, der Lokschuppen sei „eines der Aushängeschilder unserer Stadt“. Er freue sich, dass nun auch das Umfeld diesem Ort gerecht werde. Der Platz werte die Innenstadt auf, vor allem an heißen Sommertagen halte man sich dort gern auf.

Laut Stadt gehört der Lokschuppen zu den erfolgreichsten Ausstellungshäusern Deutschlands. Von 2022 bis 2025 besuchten im Schnitt rund 150.000 Gäste jährlich die Ausstellungen. Der denkmalgeschützte Lokschuppen hat nun einen passenden Außenbereich.

Hintergrund

Wie Städtebauförderung grundsätzlich beantragt wird, erklärt die Regierung von Oberbayern auf ihrer Website. Die Mittel gehen demnach in der Regel an die Gemeinde. Sie werden auf Antrag gewährt, wenn die Fördervoraussetzungen der Städtebauförderungsrichtlinien erfüllt sind. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Gemeinde einen Teil der förderfähigen Kosten aus eigenen Mitteln trägt.

Mit einer Maßnahme darf nach Angaben der Regierung nicht begonnen werden, bevor die Fördermittel bewilligt sind oder eine Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn vorliegt. Feste Fristen gibt es für diese Förderung nicht. Das Antrags- und Bewilligungsverfahren ist kostenfrei. Um in das jeweilige Förderprogramm aufgenommen zu werden, stellt die Gemeinde jährlich eine Bedarfsmitteilung, die sich online einreichen lässt.

Zuständig für Rosenheim ist laut Regierung von Oberbayern das Sachgebiet 34.2 (Städtebau, Bauordnung, östliche Landkreise, Stadt Rosenheim und Landeshauptstadt München). Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr führt für das Sachgebiet 34.2 (Ost) die E-Mail-Adresse sachgebiet-34.2@reg-ob.bayern.de auf. Die Gesamtverantwortung für die Städtebauförderung in Bayern liegt beim Ministerium.

Eigene Einschätzung

Der Platz verbindet Gestaltung mit praktischen Lösungen: Zisterne und Bodensensoren zeigen, dass bei der Planung an heiße Sommer gedacht wurde. Offen bleibt, wie sich der Unterhalt der vielen neuen Bäume und der Wasserspiele künftig darstellt. Dazu schweigt die Mitteilung. Ob die Fördersumme tatsächlich wie in Aussicht gestellt fließt, wird sich zeigen.

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